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Häuserzeile im Nordend: Gentrifizierung macht das Milieu kaputt. 

Nordend

Angst vor horrenden Mieten

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Gentrifizierung mit ganz üblen Folgen: Die Vertreibung bleibt Thema im Nordend. 

Mietervertreibung und die Angst vor Gentrifizierung bleiben Themen im Nordend. Mieter der Hebelstraße 23 sind besorgt, dass ihr Haus teuer saniert und umgebaut werden soll. „Das Unternehmen Grüneburginvest hat sich als neuer Eigentümer vorgestellt“, sagt Mieter Andreas Guhl. Um dem vorzubeugen, was er in seiner Nachbarschaft beobachten kann, haben die Mieter einen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) geschrieben. Für das Gebiet gilt eine Milieuschutzsatzung. Die Mieter fordern nun, dass die Stadt zu Not ihr Vorkaufsrecht anwendet.

Das Stadtplanungsamt hat noch keine Kenntnis von dem Verkauf, sagt Sprecher Mark Gellert. Erst wenn der Notar das Amt für Immobilien informiere, könne man prüfen, ob ein Vorkaufsrecht empfohlen werde. Grüneburginvest teilt nur mit, dass man noch nicht wisse, was mit den Wohnungen passiere.

Der Ortsbeirat 3 beschäftigt sich in seiner Sitzung am Donnerstag ebenfalls mit Gentrifizierung. In einem Antrag fordern die Grünen, die drohende Vertreibung der langjährigen Mieter der Martin-Luther-Straße 62 zu verhindern. Die neuen Eigentümer hätten einen Bauantrag für umfangreiche Umbau-, Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten gestellt. Unter Verweis auf die zu erwartenden Belästigungen durch die Umbauarbeiten und die danach fällig werdenden deutlich höheren Mieten (im Gespräch waren 18 Euro pro Quadratmeter) wurde den Mietern nahegelegt, auszuziehen.

Die 2018 in Kraft getretene Erhaltungssatzung Nummer 50 (Nordend-Mitte) biete die Chance, die Absichten der neuen Eigentümer zu durchkreuzen und die Mieter des Hauses zu schützen, begründen die Grünen ihren Antrag.

Das Gremiumtagt am Donnerstag, 21. Februar, um 19.30 Uhr, im Saal des Gehörlosen- und Schwerhörigenzentrum, Rothschildallee 16 a.

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