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Eine Justitia-Statue. 

Justiz

Angeklagter im Frankfurter Niddapark-Mordprozess belastet

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Die Eltern der getöteten Irina A. geben vor Gericht Einblick in die finanziellen Verhältnisse ihrer Tochter.

Im Prozess um den Mord im Niddapark im Mai 2018 haben die Eltern des Opfers den Angeklagten Jan M. belastet. Der Vater der getöteten Irina A. berichtete am Mittwoch im Landgericht, er habe seiner Tochter 175 000 Euro gegeben, damit sie in das First Inn auf der Freßgass’ als 50-prozentige Teilhaberin einsteigen könnte. Jeden Monat habe er gefragt, wo denn der monatliche Gewinn aus dem Café sei, ließ Oleg A. aus dem Russischen übersetzen. Zunächst habe seine Tochter ihm gesagt, das Geld werde in eine Renovierung gesteckt, nach vier, fünf Monaten, habe Jan M. dann behauptet, die Buchhalterin sei mit dem Geld durchgebrannt.

Jan M. ist angeklagt, die 29-jährige A. heimtückisch und aus Habgier ermordet zu haben. Daher versucht das Gericht, die finanziellen Beziehungen zwischen Angeklagtem und Opfer zu erforschen. M. hatte über seine Verteidiger erklären lassen, er habe A. das Geld in kleineren Raten längst zurückbezahlt gehabt. Damit konfrontiert, sagte der Vater: „Das ist das erste, was ich höre.“

Hätte seine Tochter Geld zurückerhalten, wäre sie sicher stolz gewesen, es ihm als Gewinn zu präsentieren, da er ständig danach gefragt habe. „Sie hatte Angst, mir zu sagen, dass sie von ihm betrogen wurde“, so der Vater. Er habe auch erst nach ihrem Tod erfahren, dass sie eigens einen Rechtsanwalt beauftragt hatte, um das Geld von M. zurückzubekommen. Der Vater antwortete auf die Fragen meist ruhig und gefasst, nur an einer Stelle brach er in Tränen aus: „Wenn ich gewusst hätte, dass er sie tötet, hätte ich das Geld doch nicht zurückverlangt.“

Zuvor hatte bereits seine Ehefrau, die Mutter der Getöteten, ausgesagt und M. ebenfalls belastet: „Das Geschäft lief nicht, er hat sie ständig betrogen.“

Anders als der Vater, der zum Zeitpunkt der Tat zur Kur in Tschechien war, hatte die Mutter ihre Tochter kurz vorher noch gesehen. Am Abend des 8. Mai gegen 20 Uhr habe sie sich aus der heimischen Ulmenstraße, wo sie mit den Eltern und ihren zwei Kindern lebte, mit den Worten verabschiedet: „Mama, ich habe noch ein Treffen und dann komme ich heim.“ Dass sie sich an dem Abend mit M. im Niddapark treffen wollte, habe sie erst nach dem Mord von einer Freundin Irinas erfahren. Dabei habe sie sich vor allem über den Ort des Treffens gewundert. „Sie haben sich immer auf der Freßgass’ getroffen, wie er es geschafft hat, sie in den Park zu locken, weiß nur er allein.“

Zu Beginn der Verhandlung hatte das Gericht einen der drei Verteidiger gerügt. Der am Mittwoch abwesende Stefan Striefler soll zweimal Schöffinnen nach dem Prozess angesprochen haben. Einmal habe er dabei auf einem Motorrad gesessen und einen Helm aufgehabt. M. kündigte daraufhin über seine anderen Anwälte an, wenn der Sachverhalt stimme, werde er Striefler das Mandat entziehen.

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