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Andrang in Frankfurter Schwimmbädern erwartet

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Von: George Grodensky

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Bei hohen Temperaturen kann selbst das riesige Brentanobad voll werden.
Bei hohen Temperaturen kann selbst das riesige Brentanobad voll werden. © Oeser

Die Frankfurter Bäderbetriebe wollen die Wasser- und Lufttemperaturen nicht wegen gestiegener Betriebskosten senken. Es gibt ein größeres Angebot an Schwimmkursen.

Wir freuen uns auf den Andrang“, sagt Brigitte Tilly, Prokuristin der Frankfurter Bäderbetriebe. Erfahrungsgemäß entdeckten die Frankfurterinnen und Frankfurter „ihre Bäder immer dann, wenn es schon ein paar Tage heiß war“. Am Wochenende könnte es so weit sein. Personal für den Schwimmbetrieb stehe genug bereit, teilt Tilly mit. Die Planung der Dienste sei zwar sportlich. Aber: „Wir haben bereits viele einstellen können.“ Ein paar weitere Kandidatinnen und Kandidaten würden allerdings nicht schaden - ab 18 Jahren, mit DLRG-Rettungsschein in Silber.

Vorsorglich verstärken die Bäderbetriebe die Teams der Wasseraufsicht auch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes. Die kümmern sich um alles, wofür die Wasseraufsicht keine Zeit hat. Etwa um „Missverständnisse“, wie Tilly diplomatisch sagt – auf der Liegewiese oder am Einlass. Oder in der Warteschlange am Imbiss. Zumindest scheint es dort, am Imbiss, genug Speiseöl für die Pommesfritteuse zu geben. Nicht so wie in anderen Städten. „Unsere Pächter haben keine Probleme signalisiert“, berichtet Tilly.

Auch muss die Stadt die Öffnungszeiten nicht einschränken, wie es aus anderen Städten zu hören ist. Und auch die gestiegenen Betriebskosten sollen ohne Folgen für die Schwimmgäste sein. Das Wasser wird nicht kälter sein. Brigitte Tilly ärgert sich ein bisschen, dass die Diskussion bundesweit so hochkocht. „Wir regeln die Temperaturen nicht hinunter“, sagt Tilly. Weder des Wassers noch der Luft in den Schwimmhallen. Die Menschen in nassen Badesachen sollen sich nicht erkälten.

Kleine Unterschiede gebe es ohnehin, das wissen die Frankfurterinnen und Frankfurter. So sind das Hausener und das Unterliederbacher Silobad beheizt. Wer sportlich 40 Bahnen ziehen möchte, bevorzuge andere Bäder, sagt Tilly. Einzig die Luft am Eingang und in den Umkleiden der Hallenbäder ist ein oder zwei Grad kühler als sonst. „Es hat sich noch niemand deswegen beschwert.“

In Hausen gibt es zudem eine Beckenabdeckung, die nächtliche Auskühlung verringert. Bei anderen Bädern sind die Becken schlicht zu groß für solche Tricks, etwa beim Brentanobad mit seinen 11 000 Quadratmetern Wasserfläche. Bei der anstehenden Sanierung des Riedbads wird die Vorrichtung für eine spätere Abdeckung eingeplant.

Coronaeinschränkungen wie Maskenpflicht oder Zugangsbeschränkungen gibt es keine mehr. Ein Problem hat die Pandemie aber hinterlassen: Vor allem junge Menschen hatten weniger Gelegenheit, Schwimmen zu lernen. „Das sehen wir alleine schon am ungeheuren Andrang zu unseren Schwimmkursen“, sagt Tilly. Die Frankfurter Bäder haben ihr Kursangebot ausgeweitet. Sport- und Bildungsdezernat haben zudem für die letzte Woche vor den Sommerferien ein Zusatzangebot ermöglicht. Frankfurter Schulen dürfen Gruppen zum Intensivkurs Schwimmen schicken. „Damit die Kinder ein bisschen nachholen können.“

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer, Sara Steinhardt, drängt deswegen darauf, „alle Schulschwimmbäder zeitnah instand zu setzen und diese außerhalb des Schulsports auch Sportvereinen und Anbietern von Schwimmkursen zur Verfügung zu stellen“. Drei Bäder seien so marode, dass sie schon länger gar nicht zu nutzen sind. Die anderen laufen bereits Vollzeit, erläutert Tilly. Schulsport geht bis in den Nachmittag hinein, danach nutzen Vereine und Schwimmkurse die Becken.

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