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Eine Spur aus verlorenen Schokoriegeln führte zum Täter. (Symbolbild)
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Eine Spur aus verlorenen Schokoriegeln führte zum Täter. (Symbolbild)

Amtsgericht

Frankfurt: Einbruch in Baumarkt - Schokoriegel werden dem Täter zum Verhängnis

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Vor dem Amtsgericht Frankfurt muss sich ein Obdachloser verantworten, der in einen Baumarkt eingebrochen sein soll. Die Blessuren des missglückten Versuchs plagen ihn bis heute.

Frankfurt am Main - Dennis K. steht beziehungsweise sitzt am Donnerstagmorgen wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Frankfurt. Mit dem Stehen klappt es nicht so gut, das Sprunggelenk ist trotz zweier Operationen noch perdu, eine dritte solle es richten. Dass der 29-Jährige ein Dieb ist, bedeutet nicht, dass er auch ein Schurke sein muss. Er hatte eher kein Glück im Leben. Und in der Nacht auf den 14. Mai dieses Jahres kam auch noch Pech dazu.

In jener Nacht spazierte der Obdachlose nach Mitternacht durch die Borsigallee. Obwohl er eine Flasche Wodka und eine Nase Crack intus hatte, meldete sich der kleine Hunger, und K. drückte kurzentschlossen die Schiebetür eines Baumarktes auf – was offenbar einfacher ist, als man glaubt. Drinnen deckte er sich mit einer reichen Auswahl an Schokoriegeln und Erdnussflips ein. Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein, und vom benachbarten Elektromarkt trennten K. nur eine drei Meter hohe Werbewand und ein darüber gespanntes Netz.

Einbruch in einen Baumarkt: Beim zweiten Versuch geht das Sprunggelenk in Stücke

K. kletterte die Wand hoch, zerschnitt das Netz und erschrak dermaßen über die losheulende Alarmanlage, dass er zu Boden purzelte und sich leicht verletzte. K. ging kurz vor die Tür, atmete einmal tief durch – und ging zurück. Erneut kletterte er über die Wand, erneut fiel er hinunter, aber diesmal ging das Sprunggelenk am rechten Bein entzwei, und auch der Rest seines Körpers war arg lädiert. Dennoch blieb er am Ball und sackte noch drei Handys ein, ehe er vor der anrückenden Polizei weghumpelte.

Diese hatte es nicht schwer, den Missetäter zu finden. Sie musste nur einer Spur aus verlorenen Schokoriegeln folgen, die zu einem geparkten Auto führte, unter dem zwei Füße herauslugten, die Dennis K. gehörten. Aus eigener Kraft konnte er sich nicht mehr bewegen, die Beamten zogen ihn an den Füßen aus seinem Versteck hervor, was das Sprunggelenk auch nicht besser machte. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Einbruch in einen Baumarkt: Der Mann steht zu seinen Taten

K.s Vorstrafenregister ist im Vergleich zur Konkurrenz lächerlich: eine Sachbeschädigung, einmal Drogenbesitz. Vor einigen Jahren hatte er – ordentlich betrunken und ohne einen Führerschein zu haben – mit dem Auto seiner Pflegeeltern eine Spritztour gemacht und eine dicke Blechbeule als Andenken mitgebracht. Die Pflegeeltern schmissen ihn raus.

Die Geldstrafen, zu denen er verurteilt wurde, hat K. mangels Bonität allesamt abgesessen. Immerhin ist er ein Mann, der zu seinen Taten steht. Den Diebstahl räumt er ein, korrigiert aber ein Detail. Er sei beim zweiten Mal in den Markt gegangen, weil er beim ersten Sturz sein Handy verloren habe. Das habe er beim Zweitbesuch zwar wiedergefunden, allerdings ohne Akku. Aber halb so schlimm: Dafür habe er drei neue gefunden. Mit Akku.

Sein bisheriges Leben fasst K. charmant zusammen: „Ich habe immer wieder versucht, den Arsch hochzukriegen, habe es aber nicht geschafft.“ Doch zu seiner Freude hätten ihm seine Pflegeeltern mittlerweile verziehen, und mit ihrer Hilfe wolle er nun durchstarten. Wenn das Amtsgericht ihn lasse. (Stefan Behr)

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