Gründerpreis

Selbstlernende Software fürs Krankenhaus

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Minds-Medical hat mit KI-Lösungen für Krankenhäuser und Krankenkassen den Frankfurter Gründerpreis. Diesmal wurden gleich fünf Start-ups ausgezeichnet.

Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen Minds-Medical hat den Frankfurter Gründerpreis gewonnen. Das Start-up mit Sitz im Unibator der Frankfurter Goethe-Universität bietet selbstlernende Software an für die Kodierung, also Verschlüsselung, von Patientenabrechnungen in Krankenhäusern und die Kategorisierung von neuen Kunden bei Krankenversicherungen. Damit hätten die Gründer Matthias Bay und Lukas Naab eine Lösung entwickelt, die in einem riesigen Umfang Zeit und Kosten sparten, lobt die Jury.

Das aus Stadtverordneten, Gründungs- und Fachexperten und ehemaligen Preisträgern bestehende Preisgericht bescheinigt dem Unternehmen hervorragende Zukunftsaussichten. Schon im ersten Jahr habe es einen sechsstelligen Umsatz erwirtschaftet. Erster großer Kunde ist die Deutsche Familienversicherung.

Kredite für Bauern in Afrika

32 Unternehmen hatten sich diesmal für den seit 2001 von der Stadt Frankfurt verliehenen und mit einer Summe von 30 000 Euro dotierten Preis beworben, fünf hatten es in das Finale geschafft. Zum ersten Mal in der Geschichte vergab die Jury Preise an alle fünf Unternehmen. Außer dem diesmal mit 10 000 Euro dotierten ersten Platz für Minds-Medical verteilte Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) am Montagabend im Kaisersaal des Römers jeweils zwei zweite und dritte Plätze.

Einer der beiden mit 6000 Euro dotierten zweiten Preise geht an Awamo, das mit einer Softwarelösung für Mobiltelefone die Vergabe von Mikrokrediten in afrikanischen Ländern vereinfacht oder erst ermöglicht. Das von Roland Claussen, Benedikt Kramer und Philipp Neub gegründete Start-up mit Sitz an der Kaiserstraße und zwei Büros in Uganda ist für 20 Institutionen tätig, die Kleinstkredite etwa an Bauern gewähren, und wickelt im Monat 15 000 Transaktionen ab.

Ebenfalls mit einem zweiten Platz bedachte die Jury das in Bockenheim ansässige Unternehmen Meshcloud, das Unternehmen eine Cloud-Plattform bietet. Es soll sich als europäische Alternative zum von US-Unternehmen geprägten Markt etablieren. Die Gründer Jörg Gottschlich, Christina Kraus und Johannes Rudolph starteten im Frankfurter Tech Quartier im Hochhaus Pollux, bevor sie kurzzeitig nach Offenbach umzogen.

Die beiden drittplatzierten Unternehmen sind jeweils im Bereich Lebensmittel tätig. Martina Faßbender und Horst Richter, die Gründer von „Martinas Brotgefühle“, stellen in Sachsenhausen gluten- und weizenfreie Backwaren und Patisserie her, beliefern Hotels und vertreiben sie zum Beispiel über Edeka.

Tim Horn und Philipp Reif von Oatsome stellen Smoothie-Bowls her, eine Kombination aus Smoothie und Porridge, die nicht getrunken, sondern wie Müsli gelöffelt wird. Das Start-up mit Sitz im Goethe-Unibator verkauft diese über einen Onlineshop, Amazon und etwa 50 Märkte.

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