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Am frühen Morgen werden in Sachsenhausen die Wege freigeräumt.
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Am frühen Morgen werden in Sachsenhausen die Wege freigeräumt.

Schneewetter

Am Nachmittag war alles vorbei

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Ein Tag Schnee im Rhein-Main-Gebiet sorg.

Ein paar tapfere Radfahrer:innen quälen sich durch den Schnee, Fußgänger:innen kämpfen gegen den strammen Wind, der die Schneeflocken zeitweise fast waagrecht durch die Frankfurter Straßen treibt. Die Autofahrer:innen sind vorsichtig unterwegs. Trotzdem ist es am Dienstag zu Dutzenden Verkehrsunfällen gekommen, meldet die Polizei. In Bonames wurde eine Ampel umgefahren. Der Mast liegt abgeknickt am Fahrbahnrand, die Ampel selbst funktioniert noch. Das Rotlicht warnt jetzt auf Kniehöhe.

Der für den späten Teil der Nacht angekündigte Schneefall beginnt erst am Dienstagmorgen, gegen sechs Uhr. Immer dichter fallen dann die Flocken. Seit vier Uhr sind die ersten Trupps vom Winterdienst der Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES) unterwegs: 21 große Streufahrzeuge verspritzen Salzlauge und Streusalz auf den Hauptzufahrtsstraßen. „Es sind die A- und B-Strecken, die Busstrecken und die Steigungen, die wir als Erstes gesichert haben“, sagt FES-Sprecher Stefan Röttele am frühen Morgen. Kurz zuvor hat der Schneefall eingesetzt. „Eigentlich sollten ab sechs Uhr die kleinen Streufahrzeuge fahren, aber wir müssen die großen noch einmal befüllen und wieder auf Tour schicken.“ Zu dicht ist das Schneetreiben.

Für Hassan Achamadi (55) und seine Kollegen hat der Einsatz um sechs Uhr in der Früh begonnen. Seitdem steuern die vier Männer mit einem kleinen Lastwagen die Kreuzungen an. Hinten auf der Ladefläche liegt Split. An der Kreuzung Eckenheimer Landstraße/Nibelungenallee halten sie an. Emeka Okwanne (45) nimmt den schwarzen Eimer von der Ladefläche, füllt ihn mit Split und verteilt ihn mit einer langstieligen Schaufel auf dem Boden.

Sein Kollege Tayeb Soklimane (26) fegt derweil mit dem Reisigbesen die Stelle, die der dritte Mann, Abdi Haiem (38), mit seiner Schneeschippe nur schlecht erreicht, weil die sich am behindertengerechten Bodenbelag an der Ampel verhaken würde. „Wichtig ist“, erläutert Röttele, „die Haltestellen der Bahnen und die Zugänge zu den Haltestellen sauberzumachen.“

Es ist der zweite Schneeeinsatz der FES in diesem Winter, alle verfügbaren Mitarbeiter:innen sind auf den Straßen unterwegs, 232 insgesamt, manche seit vier Uhr, andere seit fünf oder sechs Uhr. Coronabedingt sind die Arbeitszeiten der Mitarbeiter:innen aufgeteilt. Die Räumarbeiten ziehen sich noch bis in den frühen Nachmittag. Vor allem im Norden und im Westen der Stadt ist viel Schnee gefallen. Die A-Strecken, Hauptverkehrsstraßen, wurden dreimal abgefahren, die B-Strecken nicht ganz so oft. Diese für den Straßenverkehr wichtigen Straßen haben zusammen eine Länge von 520 Kilometern. Mindestens 2000 Kilometer hat die FES am Dienstag geräumt.

Trotzdem ist es zu Unfällen und Störungen gekommen. Auf der Vilbeler Landstraße drehte sich ein Laster, was einen beträchtlichen Stau zur Folge hatte. „Aber das war alles nicht schlimm“, sagte Polizeisprecher Benjamin Wiewiorra. „Es hat leichte Unfälle mit Blechschaden gegeben im mittleren zweistelligen Bereich, aber nichts Dramatisches.“ Der Flughafen meldete einige abgesagte Flüge, weil die Start- und Landebahnen abwechselnd vom Schnee befreit werden mussten.

Auf der Bundesstraße 486 rund um Langen (Kreis Offenbach) ging am Vormittag nichts mehr, weil Lastwagen und Sattelzüge quer standen. „Gegen 10 Uhr kamen mehrere Autos und Lastwagen auf der B 486 von Dreieich-Offenthal in Richtung Anschlussstelle A 661 weder vor noch zurück“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen. Mitten im Stau steckte auch ein Notarztwagen fest. Die Autobahnausfahrt Langen wurde daraufhin komplett gesperrt, Rundfunkwarnmeldungen gingen raus. Lastwagen-Fahrer stellten ihr Gefährt rechts und links der B 486 ab, es blieb nur noch ein schmaler Streifen in der Fahrbahnmitte für den Verkehr. Gegen 12.15 Uhr war die Straße dann wieder frei.

Wegen des starken Schneefalls verlor am Morgen auf der B 40 bei Weilbach ein Fahrer die Kontrolle, sein Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Auch im Taunus ging es stellenweise kaum mehr voran. Auf der Autobahn 3 staute sich der Verkehr. Bis zum Mittag habe sich die Lage aber weitgehend beruhigt, sagte eine Sprecherin der Polizei in Wiesbaden. Größere Unfälle seien nicht gemeldet worden.

Dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zufolge fielen im Busverkehr im Rheingau-Taunus-Kreis sowie im Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und Wetteraukreis einzelne Linien aus, zudem kam es zu Verspätungen.

Gewarnt wurde überdies vor Astabbrüchen und umstürzenden Bäumen. Spaziergänger:innen sollten sich nicht in der Nähe von Bäumen aufhalten, hieß es von den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen in Bad Homburg. Zudem blieb der Feldberg wegen Schneebruchgefahr gesperrt.

Weiterer Schnee in größeren Mengen ist derzeit laut Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Offenbach nicht in Sicht. mit dpa

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