Das Stadtteilparlament hätte gerne, dass sich das beliebte Karussell des Weihnachtsmarktes auf dem Römerberg länger als üblich dreht.
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Das Stadtteilparlament hätte gerne, dass sich das beliebte Karussell des Weihnachtsmarktes auf dem Römerberg länger als üblich dreht.

Altstadt

Weihnachtsmarkt verlängern

Der für die Altstadt zuständige Ortsbeirat plädiert dafür, dass die Buden des Weihnachtsmarktes länger als üblich stehen bleiben dürfen. Davon erhofft sich das Gremium einen finanziellen Vorteil für die Beschicker:innen. Umstritten ist indes die Überlegung, den Markt auf die Zeil zu erweitern.

Wenn die Pandemie einen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr zulässt, wie kann er räumlich und zeitlich ausgedehnt werden, um für Besucher:innen und Beschicker:innen sicher und attraktiv zu sein? Während sich die Grünen im zuständigen Ortsbeirat 1 gegen die Zeil als Standort aussprechen, sind für andere Fraktionen die Standorte des derzeitigen Herbstmarktes vorstellbar.

In der Sitzung des Stadtteilparlaments am Dienstagabend ging es vor allem um den diesjährigen Weihnachtsmarkt. Zunächst stand ein Magistratsbericht zur Abstimmung. Demnach soll die Veranstaltungsfläche auf die Zeil erweitert und einmalig auf die Nutzungsbegrenzungen der Einkaufsmeile verzichtet werden, um die Abstandsregeln nach der Hessischen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung einhalten zu können.

Von dem Budenzauber auf der Zeil sollen nicht nur ansässige Gewerbetreibende profitieren. Auch der angeschlagene Tourismus solle gestärkt werden. Allerdings wird der Veranstalterin aufgegeben, dafür zu sorgen, dass die Zeil nicht mit Schwerlastern befahren wird.

Eben daran glauben die Grünen im Ortsbeirat nicht. Sie verweisen auf einen Magistratsbericht von 2007, nach dem der Transport von Weihnachtsmarktbuden durch den Schwerlastverkehr der Zeil erheblichen Schaden zufüge. „Der Transport der Buden hat sich seitdem nicht wesentlich verändert“, ist sich Grüne-Fraktionsvorsitzender Andreas Laeuen sicher.

Da der Straßenbelag der Zeil deshalb erheblich beschädigt und zusätzliche Weihnachtsmarktstände Behinderungen und Stolperfallen für die Passanten bedeuten würden, plädieren die Grünen dafür, den Weihnachtsmarkt weiterhin in der Altstadt zu verteilen. Dort gebe es erprobte und belüftete Flächen, etwa am Mainkai. Unterstützt wurde der Antrag jedoch nur von der Partei die „Partei“, von den Linken, Öko-LinX-ARL sowie mehrheitlich von CDU, SPD und FDP – und war damit abgelehnt. Während die Mehrheit von CDU, SPD, FDP und U.B. den Magistratsbericht zur Kenntnis nahm.

Einen Schritt weiter wollte die „Partei“ gehen. Mit einem eigenen Antrag forderte sie, den Markt über den 22. Dezember hinaus zu verlängern, um Beschicker:innen vor weiteren finanziellen Einbußen zu schützen. Zudem schlägt sie vor, die Stände zwischen Römerberg, Weckmarkt und Mainkai und den Straßen „Am Leonhardstor“ und „Zum Pfarrturm“ zu verteilen.

Eine Verlängerung ist für andere Fraktionen vorstellbar: „Warum nicht bis zum Dreikönigstag, so lange geht doch die Weihnachtszeit?“, meinte etwa CDU-Fraktionssprecher Michael Weber. „In Kassel geht der Weihnachtsmarkt auch länger, das finde ich schöner“, pflichtete ihm Sara Steinhardt (CDU) bei. „Dafür sollte man wenn nötig konsequent sein und den Ausschank von Alkohol verbieten.“

Die FDP verwies auf ihre bereits gestellte Forderung an den Magistrat, in seinem vorzulegenden Konzept eine größere Ausstellungsfläche zu berücksichtigen und einen zeitlichen Wechsel der Beschicker:innen zu ermöglichen, falls der Zeitraum des Weihnachtsmarktes verlängert werde. Laut SPD-Fraktionvorsitzende Anna Pause dürfte die westliche Altstadt zu klein sein, um die geforderten Abstandsregeln einzuhalten. Auch ihre Partei favorisiere eine Erweiterung des Marktes auf die Zeil.

Zum Stand der Pläne erklärt Ines Philipp, Sprecherin der Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt, auf Anfrage: „Wir arbeiten in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt an einem Konzept zur Umsetzung des Weihnachtsmarktes, zur Entzerrung sind der Mainkai und die Zeil ebenso im Gespräch wie die Fressgass‘ und der Opernplatz.“ Der Veranstaltungszeitraum sei vom 23. November bis 22. Dezember fest definiert, an eine Ausweitung werde nicht gedacht.

Ferner würden gastronomische Stände mit einem separaten Verzehrbereich benötigt, in dem die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln gelten wie in Restaurants. Einschränkungen beim Ausschank von Alkohol sei nicht geplant, aber von den jeweiligen Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie abhängig.

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