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Besucher der Kunstausstellung der Palette Frankfurt internationaler Ring betrachten die Arbeiten.

Altstadt

Ausstellung des Kunstvereins „Die Palette“ in Frankfurt

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Die Ausstellung des Kunstvereins „Die Palette“ zeigt mehr als hundert Werke ganz unterschiedlicher Stile

Der Blick auf die Kunstwerke durch die geöffneten Flügeltüren der Römerhalle könnte kaum abwechslungsreicher sein. Ein Schild lockt Besucher hinein. Vom Angela Merkel-Portrait, über Bleistiftskizzen sowie Blumen-Fotografien, Gemälde der Ernst-May-Bauten in der Römerstadt, Skulpturen und abstrakter Malerei reicht die Bandbreite, die auf Stellwänden und Staffeleien zu sehen ist.

Seit Samstag gastiert die Ausstellung des Kunstvereins „Die Palette“ wieder im Rathaus. Rund 40 „überwiegend Hobby-Künstler“ aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie vier weitere Mitglieder von einem befreundeten Kunstverein aus Straßburg zeigen insgesamt mehr als 100 Werke.

Nach zehn Jahren, in denen die Ausstellung in der Paulskirche stattgefunden hatte, war der Umzug aus Brandschutzgründen nötig geworden, wie der Vereinsvorsitzende Rüdiger Wehrheim berichtet. Davor habe die Schau, die in diesem Jahr zum 59. Mal zu sehen ist, auch schon über mehrere Jahre im Römer gastiert. Der 69-Jährige zeigt sich angetan von dem Umzug. „Durch das Plakat vor der Tür fühlen sich viele Passanten angesprochen, die draußen vorbei laufen“, sagt Wehrheim, der seit drei Jahren Vereinsvorsitzender ist. „Das Spannende an der Palette ist die Vielfalt der Künstler“, fügt er hinzu. Der Eschersheimer finde die Resonanz der Besucher und den Austausch mit ihnen wichtig.

Eindrücke der Besucher

Valeria Ignatieva und Elisabeta Moiseenko aus der Ukraine sind als Frankfurt-Urlauberinnen zufällig durch die offenen Türen in die Ausstellung geschlendert. Die beiden 20-jährigen Frauen stehen vor einem abstrakten, knallgrünen Gemälde und tauschen ihre Eindrücke aus. „Etwas Interessantes wie eine Pflanze könnte es sein“, sagt Ignatieva auf Englisch. Ihre Freundin ergänzt: „Ich denke, es könnte eine Frau darstellen“.

Rundschau-Leser Günter Hoffmann hat in seiner Lieblingszeitung von der Ausstellung erfahren und ist mit seiner Frau Gudrun aus Kelsterbach vorbei gekommen. „Ehrlich gesagt bin ich nicht so begeistert“, sagt der 78-Jährige und fügt hinzu: „Das Einzige, was mir wirklich gefallen hat, war eine Collagen-Arbeit mit dem Titel Meditation“. Das Paar sei aber auch etwas „verwöhnt“, was den Anspruch an Kunst angehe, weil der Bruder seiner Frau studierter Künstler sei, räumt Hoffmann ein. „Da ist man in seinen Ansichten vorgeprägt“, sagt Gudrun Hoffmann.

„Wir haben uns gefragt, ob es ein bestimmtes Thema gibt, weil alle Bilder ganz unterschiedlich aussehen“, sagt Maylin aus Frankfurt, die mit ihrem Besuch zufällig in die Ausstellung gekommen ist. Die 29-Jährige, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will, reizten vor allem die Öl-Gemälde.

Für Gabriele Jenny-Deuser, seit letztem Frühjahr Mitglied von „Die Palette“ ist vor allem eines interessant: „Von den Malstilen ist alles vertreten“, sagt die 62-Jährige. Egal ob realistisch, abstrakt, impressionistisch oder expressionistisch: „Alles steht gleichberechtigt nebeneinander“, sagt Jenny-Deuser. Die Positionen an den Stellwänden würden unter den zwei Dritteln der Vereinsmitglieder verlost werden und wer mitmachen wolle, werde im Vorhinein erfragt. Weil der Verein gleich im Anschluss an die Ausstellung im Römer eine weitere in der neuen Altstadt, im Café Melange, sowie eine weitere in der Rhön, in Kleinsassen habe, gebe es keine Konkurrenz um die Plätze im Rathaus.

Die Schau in der Römerhalle ist noch bis zum 11. August, täglich jeweils von 11 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eingang befindet sich schräg gegenüber des Gerechtigkeitsbrunnens. Informationen gibt es unter www.diepalettefrankfurt.de.

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