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„Motiv aus dem Frankfurter Stadtwald“, Öl auf Leinwand von Karl Peter Burnitz.

Burnitz-Gemälde

Historisches Museum Frankfurt gibt geraubtes Bild zurück

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Der Frankfurter Jude Herman Netter verlor sein gesamtes Vermögen im Dritten Reich. Ein Gemälde geht nun zurück an seine Erben.

Nach 80 Jahren gibt das Historische Museum das Gemälde „Motiv aus dem Frankfurter Stadtwald“ von Karl Peter Burnitz an den Erben des jüdischen Juweliers Hermann Netter zurück.

„Mit dieser Restitution können wir nicht nur ein Objekt an seinen rechtmäßigen Eigentümer übergeben, sondern zugleich einen weiteren Baustein dieses düsteren Kapitels der Museums- und Stadtgeschichte erforschen und bekannt machen“, sagt Museumsdirektor Jan Gerchow.

Gesamtes Vermögen durch die Nazis verloren

Der Erbe hatte das Museum 2012 gebeten, die Herkunft des undatierten Gemäldes „Motiv aus dem Frankfurter Stadtwald“ von Burnitz (1824-1886) zu prüfen. „Mein Großvater, Mitinhaber des später ‚arisierten‘ Hofjuweliers Robert Koch, Förderer der Städel-Stiftung und hoch angesehener Bürger der Stadt Frankfurt, wurde seit der Machtübernahme der Nazis 1933 als Jude verfolgt und verlor bis zu seiner Flucht aus Deutschland sein gesamtes Vermögen“, so der Erbe.

Neben weiteren 13 Gemälden und diversen anderen Objekten kam auch das Gemälde „Motiv aus dem Frankfurter Stadtwald“ in den Besitz des Kunsthändlers Henrich, als Hermann Netter am 17. Juli 1939 nach Großbritannien emigrierte.

Oberbürgermeister Krebs äußerte Begehrlichkeiten 

Schon Monate zuvor hatte der NS-Oberbürgermeister Friedrich Krebs Interesse an dem Bild gezeigt. Am Tag der Flucht von Hermann Netter ging ein Angebot von Wilhelm Henrich bei der Stadt ein, elf Tage später erwarb das Historische Museum, das damals „Stadtgeschichtliches Museum“ hieß, das Bild. Es hing zunächst in der Dienstwohnung des Oberbürgermeisters. Nach der kriegsbedingten Auslagerung kam das Gemälde auf Umwegen – vermutlich 1967 – zurück in das Historische Museum.

Das Museum hatte in den Jahren 2010 bis 2015 – gefördert durch die Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin (heute Stiftung Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste in Magdeburg) – die Herkunft seiner nach 1933 erworbenen Gemälde überprüft.

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