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Urkunde und Blumen für Franziska Nori – neben Stadträtin Ina Hartwig (links), Bergit Gräfin Douglas von der Binding-Kulturstiftung und Otto j. Völker (Binding Vorstand).

Auszeichnung

Binding-Kulturpreis an Frankfurter Kunstverein

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Der Frankfurter Kunstverein erhält für sein Wirken den mit 50.000 Euro dotierten Binding-Kulturpreis.

Der Frankfurter Kunstverein ist neuer Preisträger des „Binding-Kulturpreises“. Am Samstagvormittag nahm die Direktorin des Kunstvereins, Franziska Nori, den mit 50.000 Euro dotierten Preis im Kaisersaal des Römers entgegen. Zahlreiche Besucher waren zu der Verleihung des Preises, der seit mehr als zwei Jahrzehnten von der „Binding-Kulturstiftung“ verliehen wird, in die „Gud Stubb“ gekommen.

Laudatorin Stefanie Heraeus bezeichnete den Kunstverein als „international renommierte Institution“. Viele der Ausstellungen des vor 190 Jahren gegründeten Vereins hätten sich in der „Rückschau als richtungsweisend, diskurssteuernd herausgestellt“. Während auf einem Flachbildschirm in zügigen Szenenwechseln Aufnahmen aktueller sowie vergangener Aktivitäten des Vereins vorüber flackerten, lobte die Kunsthistorikerin Heraeus das Engagement der aktuellen Direktorin, die den Verein seit rund fünf Jahren leitet.

Kunstverein mit international besetzten Ausstellungen im Steinernen Haus

„Das Programm von Franziska Nori zeichnet sich durch international besetzte Ausstellungen – an den Schnittstellen zwischen zeitgenössischer Kunst und Wissenschaft – aus, etwa zu digitalen Technologien, aber auch zu Künstlicher Intelligenz, zu Algorithmen und Virtual Reality“, sagte Heraeus. Nori bringe „dringend nötige, teilweise sperrige Interventionen in einen ganz offensichtlich existenziellen Diskurs“.

Als Beispiel nannte Heraeus die erst kürzlich eröffnete Schau mit dem Titel „Empathische Systeme“, bei der die Künstler Yves Netzhammer, Takayuki Todo und Theo Jansen „ganz unterschiedliche, leiblich anmutende fremd gesteuerte Apparaturen“ zeigten.

Der Kunstverein, der seit 57 Jahren im Steinernen Haus, schräg gegenüber des Römers, untergebracht ist, sei ein Ort, der „höchst unterschiedliche Menschen anziehe, verschiedenen Alters und Milieus“, sagte Heraeus. Das war am Samstag auch im Kaisersaal zu sehen, in dem sich hauptsächlich festlich gekleidete, teils ältere Besucher mit einigen jüngeren, leger angezogenen Gratulanten mischten.

Kunstverein als Teil eines „Who is Who“ des Frankfurter Kulturlebens

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sagte: „Aufregende Gruppenausstellungen sowie innovative Einzelpräsentationen machen unter der Leitung von Franziska Nori komplexe Sujets erlebbar, um den Besuchern immer wieder neue Perspektiven zu eröffnen.“ Der Kunstverein reihe sich damit in die Preisträgerliste eines „Who is Who des städtischen Kulturlebens“ ein, zu dem das Ensemble Modern, als erster Preisträger 1996, das Künstlerhaus Mousonturm, das Literaturhaus und der Tigerpalast zählen.

Die Vorsitzende der Binding-Kulturstiftung, Bergit Gräfin Douglas, hob hervor, dass es nach Firmengründer Conrad Binding, der Frankfurt als Mäzen einst einen „Biergarten und ein Nilpferd“ gespendet habe, immer wieder „wunderbare Frankfurter Bürger“ gewesen seien, die sich in der Stadt engagiert und insbesondere die Kunst gefördert hätten.

„Einmalig in Frankfurt ist, dass sich hier sowohl öffentliche als auch private Initiativen für das öffentliche Kulturleben stark engagieren“, sagte Franziska Nori. Diesem Engagement verdanke auch der Kunstverein sein Bestehen. „Zentral wichtig ist es mir, dass unsere kulturelle Arbeit sich als international versteht und sichtbar ist, aber sich gleichzeitig lokal verortet“, sagte Nori weiter, ehe sie den Preis in Form einer Urkunde entgegennahm.

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