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Die Führungen durch den Römer sind gefragt.

Rathaus

Herein in die Gut Stubb von Frankfurt

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Viele Frankfurter besuchen beim Tag der offenen Tür ihren Römer.

Mit einer einladenden Armbewegung animiert Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Besucher hereinzukommen. Am Samstag, um Punkt elf Uhr, öffnen er und Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) die schweren Holztüren des Römer. Zum Tag der offenen Tür im Rathaus hat sich schon vor der Öffnung ein Pulk von Besuchern am Eingang zur Römerhalle versammelt. Im Blitzlichtgewitter und nicht ohne Handschlag vom Oberbürgermeister wird jeder Einzelne eingelassen.

„Das war das Coolste überhaupt“, sagt Torsten Juch. Auch seine Frau Birgit ist noch ganz begeistert, dass sie vom OB persönlich begrüßt wurde. Das Paar ist aus Braunschweig zu einem Wochenendurlaub nach Frankfurt gereist. Sonst würden sie die Stadt nur vom Flughafen kennen, berichten sie. Im Limpurgsaal, auf der ersten Etage, haben sie sich gerade das Goldene Buch der Stadt angeschaut, das hinter einer Glasvitrine zu sehen ist.

Darin haben sich schon unzählige Prominente eingetragen, viele aus Adel und Politik, außerdem Sportler wie die Fußballer der Eintracht Frankfurt nach ihrem Pokalsieg im vergangenen Jahr. Zwanzig Kilogramm wiegt das Buch, ist auf einer Infotafel zu lesen. Einen halben Meter lang soll es sein und 38 Zentimeter breit. „Ich hätte es mir nicht so groß vorgestellt“, sagt Torsten Juch, der es aus dem Fernsehen kennt.

Nebenan im Kaisersaal sitzt Naira Findeisen entspannt auf einer Bank, die sich entlang der holzverkleideten Wand erstreckt. Währenddessen versucht ein Moderator Besucher, die durch den Festsaal schlendern, für ein Quiz zu gewinnen, bei dem Fragen gestellt werden wie: „Wann gab es die erste Kläranlage in Frankfurt?“ Lösung: 1887.

Findeisen war heute unter den Ersten, die ins Rathaus wollten. Sie sagt: „Ich wohne schon lange in Frankfurt und war noch nie im Römer.“ Das wollte sie an diesem Tag zeitig ändern. Die 34-Jährige lässt den Blick durch den Saal schweifen, in der alle Kaiser und Könige des Heiligen Deutschen Reichs Römischer Nation, in Öl gemalt, hängen. „Man fühlt sich wie in eine ganze andere Zeit versetzt“, sagt die Dornbusch-Bewohnerin.

Im Foyer vor dem Kaisersaal und im angrenzenden Flur stellen sich die Parteien des Stadtparlaments vor. Von dort führt der Weg in den Plenarsaal.

Ein beliebtes Fotomotiv der Besucher: Das Pult des Stadtverordnetenvorstehers mit dem Stadtwappen des Adlers an der dunklen Holzwand im Hintergrund.

Eine Führung bringt die Teilnehmer zur sogenannten „Seufzerbrücke“. Sie verbindet die Gebäudeteile, die durch die Braubachstraße voneinander getrennt sind. Bürger nutzten den Übergang früher, um zur Stadtkasse zur Steuerzahlung zu gelangen. Wegen „zu hoch empfundener Steuern“ hätte der Übergang den kuriosen Namen erhalten, berichtet ein Führer.

Dann zieht die Gruppe weiter, während sich das Rathaus mit immer mehr Besuchern füllt. Gabriela Molina ist nicht zur Besichtigung gekommen. „Ich war schon tausendmal hier“, sagt sie. Vielmehr wolle sie sich über die kommunale Ausländervertretung informieren. Sie arbeitet für die Frankfurter Nichtregierungsorganisation Berami und versucht, die politische Teilhabe von Migrantinnen zu fördern.

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