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Ein kleiner Park am Römerberg

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Von: Gernot Gottwals

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Andreas Laeuen (Grüne) auf dem unbenannten Platz an der Limpurgergasse. Die Fläche soll grüner und schöner werden, fordert er.
Andreas Laeuen (Grüne) auf dem unbenannten Platz an der Limpurgergasse. Die Fläche soll grüner und schöner werden, fordert er. © Enrico Sauda

Der Ortsbeirat 1 fordert, den bislang ungenutzten Platz hinter dem Frankfurter Rathaus umzugestalten. Derzeit stehen dort vor allem Mülltonnen und Autos.

Wie gelangte eigentlich die Eintracht nach dem UEFA-Sieg gegen Glasgow in den Römer, während die Fans auf dem Römer und Paulsplatz warteten? Andreas Laeuen (Grüne) aus dem Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) verweist auf den oft mit Mülltonnen belegten Platz zwischen Limpurgergasse, Buchgasse und Alte Mainzer Gasse, der auf dem Weg ins Rathaus liegt. Ein Aushängeschild für Frankfurt? Mitnichten.

Besagter, namenloser Parkplatz ist nicht nur durch Abfallbehälter, sondern auch von Parkplätzen und Autos geprägt, so dass für die Bäume und Pflanzen nur wenig Platz zum Wurzeln und Wachsen verbleibt. Daher hat Laeuen im Ortsbeirat erfolgreich eine Anregung an den Magistrat eingebracht, den Platz in eine öffentliche Grünfläche umzuwandeln und artenreich in der Art eines Taschenparks anzulegen.

„Das Abstellen von Mülltonnen im öffentlichen Raum ist per Satzung nicht gestattet. Hier sollte gerade der Magistrat mit gutem Beispiel vorangehen“, stellt Laeuen klar. Denn in seiner jetzigen Tristesse biete der Platz keineswegs einen würdigen Rahmen für siegreiche Fußballer:innen oder gar hochrangige Staatsgäste. Zumal mit dem Parkhaus ausreichend Stellplätze für Autos zu Verfügung stünden.

Doch es geht noch um mehr: „Der Magistrat wirbt aufwendig für eine Belebung und Begrünung von Innenhöfen und fördert derartige Maßnahmen“, erklärt Laeuen. Auch hierbei sollte der Magistrat als leuchtendes Vorbild agieren. „Er könnte eine Fläche schaffen, die zum Beispiel den schwer arbeitenden Mitarbeitenden des Magistrats als Ort der Erholung und des Ausruhens in den Pausenzeiten dienen könnte.“

Aber es geht nicht nur um die Menschen, sondern auch um die Pflanzen und den Klimaeffekt: „Grundsätzlich ist der Platz versiegelt und die Bäume bekommen kaum Regenwasser“, stellt Laeuen fest. Unter dem Teer biete der Boden keinen Lebensraum. „Das Regenwasser kann nicht versickern, sondern fließt in die Kanalisation.“ Was in keinster Weise der vom Ortsbeirat beschlossenen Schwammstadt entspreche.

„In einer verdichteten Stadt wie Frankfurt haben grüne Plätze einen unschätzbaren Wert“, stellt Susanne Schierwater klar, Sprecherin von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Das gelte für die Bürger:innen, aber auch für die klimatischen Verhältnisse im Viertel. „Daher ist es auch Ziel, bislang versiegelte Plätze zu entsiegeln. Ein Leitfaden für ,klimaangepasste Stadtplatzgestaltung‘ ist dazu in Arbeit.“

Das Umweltdezernat und die zuständigen Ämter sind sich jedoch einig, dass es erst einer umfassenden Prüfung des Antrags und der Platzverhältnisse bedarf, bevor man dort weitere Maßnahmen einschätzen könne. Auch zur Auswahl geeigneter Grünpflanzen könne man derzeit noch wenig sagen, wie Johannes Guth vom Grünflächenamt einräumt: Das hänge sehr von den noch nicht bekannten Größenverhältnisse der Flächen, der Sonnen- beziehungsweise Lichtverhältnisse am späteren Standort ab, der mit den Ämtern für Bau und Immobilien und dem Amt für Straßenbau und Erschließung erst noch abgestimmt werden müsse.

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