Die schnöden Betonpoller sollen aufgepeppt werden. Jeder kann mithelfen. Rolf Oeser
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Die schnöden Betonpoller sollen aufgepeppt werden. Jeder kann mithelfen. 

Altstadt

Altstadt: Ein Garten für den gesperrten Mainkai

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Viele Aktionen zur Verschönerung der gesperrten Straße geplant, heute geht es schon mit der Verschönerung der grauen Betonpoller los.

Das gesperrte nördliche Mainufer soll attraktiver und bunter werden. Heute geht es schon los. Um 10 Uhr verschönert und begrünt die Bürgerinitiative „Lebensqualität am Mainufer“ – mit offizieller Erlaubnis der Stadt – die sechs grauen Betonpoller auf Höhe des Mainkai Cafés am Mainkai 15. Jeder kann mitmachen. Das ist eine von zahlreichen Aktionen, mit der die Initiative in den nächsten Wochen und Monaten den optischen „Straßencharakter“ des Mainkais etwas aufheben will.

Es gehe darum, das riesige Potenzial des Mainkais für mehr Lebensqualität für alle Frankfurter zu demonstrieren, sagt Ortsvorsteher und Gründer der BI Oliver Strank (SPD). „Wir wollen den Mainkai zum „Balkon der Frankfurter“ machen.“ Die Poller-Aktion sei nur ein erstes sichtbares Signal auf dem Weg, die Vision eines Mainkais für alle Schritt für Schritt umzusetzen und die Verkehrswende zu gestalten.

Im Ortsbeirat 1 hat Strank mit seiner Partei für die Sitzung am Dienstag zwei Anträge zur Verschönerung des Mainufers eingebracht. Die Sozialdemokraten können sich etwa einen „urbanen Garten“ und eine „Wanderbaumallee“ vorstellen. Sie fordern die Stadt auf, in Höhe des Historischen Museums die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Anwohner des Mainkais und die Bürgerinitiative hätten großes Interesse an einem urbanen Garten, heißt es. Mehrere Anwohner hätten sich zudem bereit erklärt, die Patenschaft für den Garten zu übernehmen, Nachbarn den Bau und die Grundpflege der Pflanzbeete. Außerdem sind Patenschaften, etwa mit Schulklassen und Institutionen geplant.

Um auf temporäre Veranstaltungen, wie den Flohmarkt oder den Ironman, reagieren zu können, werden die Module einfachen zu transportieren sein. Auch bei einer Öffnung des Mainkais sei so eine nachhaltige Nutzung an anderer Stelle gesichert. Als Material wird ein großer Teil von der eingestellten Eisbahn recycelt. Aufbau und Pflege wird von den Anwohnern mit Unterstützung der BI und den Inhabern des Mainkai-Cafés als ehrenamtliche Eigenleistung eingebracht.

Der Garten könnte um eine Wanderbaumallee ergänzt werden. Die Idee: Bäume mit Sitzgelegenheiten wandern durch den Stadtteil und verwandeln Plätze oder Straßen für einige Wochen in eine grüne Insel des Austauschs. Die Wanderbaumallee könne einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung des Kleinklimas in ihrer direkten Umgebung leisten. Kombiniert mit einer Sitzgelegenheit entsteht ein Ort zum Verweilen. Die Pflanzmodule werden von Anwohnern des Mainkais und weiteren Freiwilligen gebaut. Während der Feste und Veranstaltungen am Ufer kann die Baumallee dann auf andere Plätze im Ortsbezirk „wandern“. Der Umzug wird von Freiwilligen organisiert. Die Kosten soll der Ortsbeirat übernehmen, 4500 Euro ist die Kalkulation für den Garten, 6200 Euro für die Wanderbaumallee.

Der Ortsbeirat 1tagt am Dienstag, 10. März, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei, Hasengasse 4.

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