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Wie die Architekten das denkmalgeschützte Polizeigebäude in ihre Konzepte einplanen, wird mit Spannung erwartet.  

Stadtentwicklung

Altes Polizeipräsidium Frankfurt: Entwürfe für neues Quartier

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Ein Preisgericht wählt Vorschläge internationaler Büros zum Areal des Alten Polizeipräsidiums aus

Ungeachtet der Corona-Pandemie treibt die Stadt Frankfurt die Entwicklung des riesigen Geländes des früheren Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage voran.

Wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im Gespräch mit der FR ankündigte, wird am 8. Juni ein Preisgericht über die erste Stufe eines internationalen Wettbewerbs entscheiden. Fünfzehn namhafte Architekturbüros waren vom Investor Gerch Group und der Stadt aufgefordert worden, zunächst städtebauliche Entwürfe für die Zukunft des 4,2 Hektar großen Geländes zu liefern.

Josef sagte der FR, die Stadt wolle sich von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen lassen. Deshalb werde ein großer Teil der Sitzung des Preisgerichts am 8. Juni über Videokonferenzen abgewickelt. Die Kommune drückt aufs Tempo. Bis zum Jahr 2026 soll am Rande des Gallusviertels ein neues Quartier mit mindestens 400 Wohnungen, Büros und Hotels entstehen.

Unter den fünfzehn namhaften ausgewählten Architekturbüros ist das von Zaha Hadid in London sicherlich das weltweit bekannteste. Aus Deutschland sind die großen Büros Max Dudler (Berlin), Kleihues und Kleihues (Berlin) und von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) mit von der Partie. Vier prominente Frankfurter Architektenteams nehmen am Wettbewerb teil: KSP Jürgen Engels, das Büro Meixner, Schlüter, Wendt sowie ATP und B&V Braun Canton. ATP Architekten und Ingenieure ist mit mehr als 900 Beschäftigten und mehr als 40 Jahren Erfahrung eines der größten europäischen Büros.

Diese Auswahl zeige, so betonte Josef im Gespräch mit der FR, dass es der Stadt um ein breites Spektrum architektonischer Qualität gehe. Man wolle keine beschränkten Wettbewerbe, die von vorneherein auf ein bestimmtes Architekturbüro zugeschnitten seien.

In der ersten Stufe des Wettbewerbs geht es um die städtebauliche Struktur des neuen Quartiers. Einige der Fragen sind: Wo werden die Wohnungen liegen, wo können höhere Häuser entstehen? Welche Ideen entwickeln die Architekten, um die Bebauung von den stark befahrenen anliegenden Straßen, der Friedrich-Ebert-Anlage und der Mainzer Landstraße, abzuschirmen?

Konkrete Architektur

Von den fünfzehn Büros wird die Jury sieben Teams auswählen für eine zweite Runde. In diesem Durchgang geht es dann um die konkrete Architektur. Mit Spannung wird erwartet, wie die Architekten mit dem denkmalgeschützten Hauptgebäude des Alten Polizeipräsidiums umgehen, das sich entlang der Friedrich-Ebert-Anlage erstreckt. Der Planungsdezernent hofft darauf, dass zumindest im Eingangsfoyer des Präsidiumsgebäudes öffentliche Nutzungen entstehen, wie etwa ein Café.

Das Ziel von Mike Josef ist es, noch in diesem Jahr einen Siegerentwurf für den Wettbewerb zu küren. Insgesamt 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche müssen auf dem riesigen Areal verteilt werden. Ein einzelnes prägendes Hochhaus von 150 Metern Höhe könnte durchaus entstehen. Josef spricht sich dabei aber für einen Hybrid aus, der Wohnen, Büros und ein Hotel in sich vereine. 40 Prozent der Bruttogeschossfläche sind für das Wohnen reserviert, davon wiederum 30 Prozent für öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die übrigen Wohnungen werden teure Eigentumsmodelle sein, auf die der Investor, die Düsseldorfer Gerch Group, wirtschaftlich setzt.

Der Planungsdezernent sagte der FR, er wolle in dem öffentlich geförderten Teil der Wohnungen auch Raum für gemeinschaftliches Wohnen und „innovative Wohnmodelle“ schaffen. Die Linken im Römer hatten scharf kritisiert, dass der Anteil des öffentlich geförderten Wohnens viel zu gering sei.

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