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Pflegeheime bereiten auf die Lockerung des Besuchsstopps vor. 

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Altenheime: Endlich wieder in die Augen schauen

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Alten- und Pflegeheime bereiten sich auf eine Lockerung des Besuchsverbots vor.

Kommende Woche können sich Besucher und Bewohner des Hufelandhauses zwar nicht in den Armen liegen, aber wenigstens sprechen und in die Augen schauen. Nun bereitet sich das Alten- und Pflegeheim in Seckbach wie viele andere Einrichtungen auf die Lockerung des Besuchsstopps vor. Denn ab Montag, 4. Mai, ist eine verwandte oder nahestehende Person pro Bewohner einmal in der Woche erlaubt.

Das funktioniere nur, wenn Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende sich bereit erklärten, sich an die Regeln zu halten, sagt der Leiter des Hufelandhauses, Markus Förner. Denn das Problem sei immer noch, dass ein Ausbruch hier dramatische Folgen haben könnte. Schließlich treffe es nicht nur die Person, die besucht werde, sondern auch alle anderen.

Trotzdem befürwortet Förner die neue Regelung. Grundsätzlich sei wichtig, es langsam angehen zu lassen, um den Einrichtungen die Chance zu geben, mit der Situation umzugehen. Man werde mit allen Besuchern einen Termin absprechen und diese dann auch am Eingang in Empfang nehmen. Jeder muss unterschreiben, dass er nicht erkrankt ist und in keinem Risikogebiet war. Dies werde ergänzt durch eine Erklärung, notwendige Schutz- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

„Die Erwartungen der Bewohner und Angehörigen sind riesig“, sagt Förner. Schließlich bekämen alle mit, dass vieles wieder gelockert und Läden geöffnet werden. Die Besucher müssen eine Mund-Nasen-Maske tragen. „Wir sind nicht verpflichtet, die Masken zur Verfügung zu stellen“, sagt Förner, aber man werde es tun. Denn das Heim sei nicht in der Lage, jeden Mundschutz selbst zu prüfen. Für Desinfektionsmittel sei ebenfalls gesorgt. „Wir werden mit den Materialien bis auf Weiteres hinkommen.“

Am Morgen habe das Team besprochen, wie Besuche am besten zu planen sind. Immobile Bewohner müssten natürlich auf ihrem Zimmer besucht werden. Aber andere könnten sich auch auf die Räume verteilen, sich etwa in der leeren Cafeteria treffen, um Kontakte zu reduzieren. Falls diese Chance der Lockerung funktioniere, spreche nichts gegen einen weiteren Schritt, sagt Förner. „Aber die Steuerung muss bei der Einrichtung bleiben.“

Im Pflegeheim Goldbergweg in Oberrad hat man sich ebenfalls Gedanken gemacht, wie die Besuchsregeln am sichersten umgesetzt werden können. „Wir haben zum Glück einen schönen Außenbereich“, sagt Leiter Jürgen Schülbe. So können die Besucher dort ihre Angehörigen treffen und müssen die Einrichtung gar nicht erst betreten. Bei Regen gebe es einen Pavillon. Natürlich müssten auch dort die Regeln eingehalten werden. Nur zwei Bewohner könnten nicht hinaus. Zusätzlich werde man die Besucher dokumentieren. Für die Einrichtung bedeute die Neuregelung keinen riesigen Mehraufwand, so Schülbe.

Caritas Frankfurt und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) prüfen noch, wie sie die Lockerungen umsetzen, berichten sie auf Nachfrage. Denn schließlich müsse für jedes Haus ein eigenes Schutzkonzept ausgearbeitet werden, sagt Johannes Frass von der AWO Frankfurt. Aber man begrüße den Vorstoß, die Bewohner aus ihrer Isolation zu holen. Digitale Lösungen ersetzten eben nicht den persönlichen Kontakt.

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