Dogus Albayrak, Lewamm Ghebremariam, Peter Feldmann (v.l.) vor dem Römer.

Gedenken an Alptug Sözen

Tausende fordern Umbenennung der Station Ostendstraße

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Die Plattform Change.org übergibt 56.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Feldmann.

Am Tag, als Alptug Sözen starb, besuchte Dogus Albayrak die Eltern des jungen Mannes in Hanau. Er habe den Tod seiner Schwester miterlebt und wisse, wie es ist, ein Familienmitglied zu verlieren, sagt der Bruder von Tugçe Albayrak.

Tugçe Albayrak wurde 2014 in Offenbach niedergeschlagen, stürzte und verletzte sich tödlich, nachdem sie zuvor zwei Frauen geholfen hatte, die belästigt worden waren. „Selbstloses Handeln sollte nicht vergessen werden“, sagt Dogus Albayrak.

Auch Alptug Sözen habe selbstlos gehandelt, als er am 13. November 2018 einen Obdachlosen aus dem Gleis der Frankfurter S-Bahn-Station Ostendstraße zog und dabei unter den Zug geriet. Die Eltern des 17-Jährigen hätten ihn ermutigt, das Gedenken an Alptug Sözen hochzuhalten, sagt Dogus Albayrak. So habe er sich entschlossen, eine Petition auf der Plattform Change.org zu starten. „Die S-Bahn-Station Ostendstraße in Frankfurt soll nach Alptug Sözen benannt werden, als Zeichen der Anerkennung“, so die Forderung. Bis heute haben mehr als 56.000 Menschen unterschrieben. Das sei eine ordentliche Zahl für eine lokale Petition, sagt Lewamm Ghebremariam von Change.org. „Damit wird man bei Entscheidungsträgern gehört.“ Nun übergab sie Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Station bekommt ab Juni den Beinamen Alptug-Sözen-Station

Hilfsbereitschaft werde in Frankfurt wahrgenommen und respektiert, sagt Feldmann, auch wenn die Hilfe wie im Fall von Alptug Sözen tragisch endete. Für Feldmann sei der 17-Jährige „ein Held, der sich geopfert hat“. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn hat die Stadt angekündigt, die Forderung aus der Petition umzusetzen.

Die Station Ostendstraße bekommt ab Juni den Beinamen Alptug-Sözen-Station. Ein Stationsschild wird im Mittelgeschoss der Eingangshalle angebracht, wo auch eine Gedenktafel aufgestellt wird. Weitere Zusatzschilder kommen an den Unfallort am Gleis sowie an den Eingang an der Hanauer Landstraße Ecke Grüne Straße. „Alptug Sözen wird nicht vergessen“, sagt Feldmann.

„Wir sind sehr froh über diese Entscheidung“, sagt Dogus Albayrak. Die Eltern von Alptug Sözen wüssten die Anerkennung zu schätzen.

Von Florian Leclerc

Mit einer Gedenktafel ehrt auch die Stadt Hanau postum Mustafa Alptug Sözen. Er ist bei dem Versuch einen Obdachlosen aus einem Gleisbett zu retten, gestorben. 

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