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Kinder vergnügen sich mit einer Bahnfahrt über den Alten Flugplatz.

Bonames/Kalbach

Alles selbst gemacht

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Beim Alten Flugplatz locken frischer Süßer und handgenähte Mode – und eine Spielbahn. Es ist Herbst- und Handwerkermarkt nebst Apfelsaftfest.

Es riecht süß und in der Luft liegt das Summen der Bienen die um eine holzverkleidete Apfelpresse herumschwirren, sehnsüchtig nach einem Bad im Trester. „So nennen wir die Rückstände, die nach dem Keltern von Äpfeln am Ausfluss der Presse zurückbleiben“, erklärt Alban Helfrich den Kindern die beobachten wie der letzte Tropfen des trüben Saftes aus einem Schlauch in eine Blechwanne fließt.

Die Bienen und die Kinder sind heute Helfrichs ständige Begleiter. Auf dem Herbst- und Handwerkermarkt auf dem Alten Flugplatz Bonames-Kalbach keltert er Saft von Äpfeln aus dem Frankfurter Umland am Stand von Possmann. „Die Äpfel kommen aus dem Spessart, dem Hunsrück, dem Odenwald und der Röhn“, erzählt Helfrich. Gerade hat er einen Mix aus zehn Spessart-Apfelsorten zu einer Wanne voll schäumendem Saft verarbeitet.

„Ein Rotor im Trichter zerkleinert die Äpfel und die so entstehende Maische fließt in die Presse“, erklärt Helfrich. Vorher wird der Zuber mit einem Tuch ausgelegt, dass dann über der Maische zusammengefaltet und verschlossen wird. „Dann legen wir noch ein Paar Holzbalken obenauf und die Presse fährt hoch.“

Das Ergebnis schmeckt und der vitamin- und enzymreiche Trester ist ein gutes Tierfutter. Der Süße aber, so nennen die Kelter den Saft, kann auch fermentiert und so zum Stöffche weiterverarbeitet werden. Viele andere regionale Produkte werden auf dem kleinen Erntedankmarkt angeboten. Menschen schlendern durch die Reihen, viele davon mit einer großen Pommestüte in den Händen.

Auf der Wiese vor der Rollbahn fläzen sich Ausflügler und beobachten kleine Dampfwolken die aus einer Miniatureisenbahn aufsteigen. Alle paar Minuten erklingt ein hoher Pfeifton und die Kinder lachen laut und winken wenn sie auf den kleinen Waggons sitzend an den Umstehenden vorbeifahren. Ein Junge schlägt mit einem Stock nach einer in einer Eiche hängenden Glasflasche. Sehr zum Unmut seiner Mutter. „Lass’ das Niklas, das ist Kunst“, ruft sie belehrend. Die Flaschenböden sind abgesägt und an ihrer Stelle befinden sich nun auf kleine Holzplatten gestellte Teelichter. Grün, weiß und braun schimmert das Glas in der Sonne. Windlichter nennen die Handwerker ihr Produkt, das sie auf dem Kunst- und Handwerkermarkt hinter dem Hangar ausstellen.

Unter einem Pavillon zwischen gestrickten Blusen, Handtaschen aus Samt, bunten Ansteckbroschen steht Astrid Fugger vom Label „Mach dein Ding“. Angenehme Rosé- und Aquatöne schmücken den Stand wie Frühlingsblumen eine Wiese. Astrid Fugger und ihre Kollegin Christiane Herdle entwerfen und nähen ihre Mode selbst, auch von Hand. „Wir machen Mode, die Frauen zeigen soll, dass sie so schön sind wie sie sind.“

Die Stücke sind mit Motiven der Offenbacher Künstlerin Laura Fugger bestickt. „Sie zeigen Frauen mit kurvigen Formen die nach dem prallen Leben fordern“, erklärt Astrid Fugger. Die Kollektion soll eine Alternative zum Schlankheitswahn in der Textilbranche bieten. Der Andrang ist groß und auch an den anderen rund 30 Ständen werden Acrylgemäde, Lederwaren, Schmuck, Seifen und Fairtradewaren begutachtet. Entspannt und plauschend schlendern die Besucher in den Abend hinein.

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