Schwanheim

Alles in der Schwebe in Schwanheim

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Beim Jahresausklang des Heimat- und Geschichtsvereins geht es vor allem um die jahrelangen Umbauarbeiten im Wilhelm-Kobelt-Haus.

Feuer lodert und Rauch steigt auf am Freitag im Hof des Wilhelm-Kobelt-Hauses. Alles natürlich kontrolliert, mit Schwedenfeuern und Ofen. Die Feuer haben Mitglieder des Heimat- und Geschichtsverein entfacht, der wie in den Vorjahren zum Jahresausklang eingeladen hat.

Knapp 50 Mitglieder und Freunde sind gekommen, die bei heißem Apfelwein und Stutzweck zusammen stehen. Der zweite Vorsitzende Werner Fuchs blickt, teils in Reimform, auf das alte Jahr zurück und verrät, was das neue für den Verein bringen wird, der sein Museum seit mehr als vier Jahrzehnten in dem ehemaligen Schulgebäude betreibt. „Wenn alle am Feuer steh’n, lassen wir das Jahr zu Ende geh’n“, ruft er, während er mit einer Taschenlampe seine Notizen anstrahlt.

Pause

Nach einer Pausezwischen den Jahren wird das Heimatmuseum, Alt Schwanheim 6, ab 5. Januar wieder an Sonntagen von 14 bis 16 Uhr geöffnet sein.

„Teilweise recht zufrieden“, sei sein Verein mit den Besucherzahlen, etwa bei der Ausstellung zu 150 Jahren Freiwillige Feuerwehr in Schwanheim, gewesen. Für den 26. Januar kündigt er als ersten Höhepunkt des neuen Jahres ein Theaterstück sowie eine Ausstellung zur „Gründung Siedlung Goldstein“ an. Daneben wolle der Verein einen Baum pflanzen lassen, als Ersatz für einen, aufgrund von Hitze, Trockenheit und Schädlingen abgestorbenen grünen Riesen in der Martin-Henrich-Anlage.

„Eine Flatterulme wird es wohl nicht“, berichtet Agnes Rummeleit. Angesprochen auf die Umbauarbeiten im Wilhelm-Kobelt-Haus muss die erste Vorsitzende des Vereins erst einmal seufzen. „Es ist alles in der Schwebe und ich weiß nicht, wie lange sich das noch hinziehen wird“, so die 71-Jährige. Nachdem zuletzt die Stadtbücherei aus dem Vorderhaus in den Anbau umgezogen ist, sei noch lange nicht alles fertig.

Aktuell verlege die Stadt einen neuen Boden im Vorderhaus, das dann wieder für die Bibliothek genutzt werden soll. Weil dieser Gebäudeteil nicht unterkellert sei, vermutet Rummeleit, dringe Feuchtigkeit ein. „Als Kind habe ich schon Bücher dort ausgeliehen und nicht gerne gelesen, weil sie so gemuffelt haben“, sagt sie. Außerdem soll ein Aufzug in das fast 200 Jahre alte Haus eingebaut werden. Eigentlich eine gute Idee, findet Rummeleit. Allerdings, so fürchtet sie, könne dann die Toilette des Museums wegfallen.

Eine Gruppe, die am Freitagabend zusammen steht, zeigt kein Verständnis für die jahrelangen Umbauten. „Das geht doch schon ewig“, sagt Roswitha Stuck. Dabei bräuchten gerade Kinder große, attraktive Räume, um zum Lesen animiert zu werden. Karl Deeg schlägt einen gläsernen Aufzug, aus Denkmalschutzgründen an der Rückseite des Gebäudes neben der Rollstuhl-Rampe, vor. „Im Lauf des nächsten Jahres werden wir klarer sehen“, sagt Agnes Rummeleit. Die nächste Besprechung mit Vertretern der Stadt steht im Februar an.

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