Römerbriefe

Alles neu mit der FDP

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen
  • Georg Leppert
    Georg Leppert
    schließen

Die Freidemokraten fordern die Verkehrswende mit Flugtaxis. Aber das ist erst der Anfang. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Göpfert: Und diese Flugtaxis landen dann mitten in Bockenheim?

Leppert: So habe ich das verstanden.

Göpfert: Und wir können da einfach einsteigen.

Leppert: Ja. Also, wir beide zusammen in einem Taxi könnte etwas eng werden. Aber prinzipiell kann man da einsteigen.

Sie werden es gelesen haben, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die FDP in Bockenheim denkt heute schon an morgen und wünscht sich einen Landeplatz für Flugtaxis. Oder zumindest eine Debatte darüber. Nun hagelt es natürlich Hohn und Spott für die FDP im Ortsbeirat. Von einer Luftnummer ist die Rede. Dabei sind die Pläne doch wirklich innovativ. Die Römer-Fraktion der Freidemokraten sollte sich die FDP im Stadtteilgremium zum Vorbild nehmen. Und hier kommen unsere Ideen, was die Abgeordneten im Stadtparlament fordern könnten.

Yanki Pürsün verlangt eine AWO-Warn-App, die automatisch sämtliche Texte über den Skandal bei der Arbeiterwohlfahrt sammelt und auswertet. Pürsün checkt die App dreimal täglich. Zeigt sie Grün, fordert er nur sofortige Aufklärung der Affäre sowie die Beantwortung seiner Anfragen 12, 56 und 116 bis 144. Bei Gelb verlangt Pürsün die Auflösung der AWO. Zudem legt er Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nahe, sein Eheversprechen mit der einst extrem gut bezahlten Erzieherin Zübeyde nicht zu erneuern. Bei Rot muss Feldmann zurücktreten und sich scheiden lassen.

Stefan von Wangenheim fordert, dass der Schulunterricht in allen Klassen live im Unterricht übertragen wird. Mehr noch: Die Lehrer müssen eine App entwickeln, mit der die Schüler die an der Tafel vorgeführten Aufgaben auf dem Tablet lösen können. Mehr noch: In den Pausen müssen die Lehrer ihre Schüler auffordern, die Kamera am Computer einzuschalten. Fortan müssen sie die Kinder beobachten, um zu überwachen, dass Abstandsregeln auch daheim eingehalten werden und niemand zuckerhaltige Getränke trinkt. Mehr noch: Nachmittags müssen die Lehrer zu den Schülern fahren, die Tablets einsammeln und die Aufgaben daheim korrigieren. Als die GEW anmerkt, das könnte etwas viel werden, verlangt von Wangenheim den Rücktritt von Kultusminister und Schuldezernentin.

Uwe Schulz fordert, das Klapperfeld abzureißen und dort Eigentumswohnungen für FDP-Wähler zu bauen (10 000 Euro/qm2). Außerdem verlangt er den Abriss der Au (dafür Eigentumswohnungen zu 13 000 Euro/qm2) und des Café Exzess (dafür Mini-Apartments für 25 000 Euro/qm2). Als es daraufhin 127 Antifa-Demos in Folge gibt und beim 128. Protestzug ein Polizist einen Demonstranten schubst, fordert Schulz den Rücktritt von Polizeipräsident und Ordnungsdezernent und erklärt im FR-Interview: „Ich war immer schon ein Linker.“

Elke Tafel-Stein fordert, dass ihr Ehemann Volker Stein (OB-Kandidat der wütenden Herzen) bei der Kommunalwahl für die FDP auf Listenplatz 1 kandidiert. Auf Platz 2 soll Müllsheriff Peter Postleb antreten. Zur Begründung verweist Tafel-Stein auch auf das jährliche Gänseessen mit Journalisten. Das werde erheblich günstiger, wenn Stein und Postleb den Seniorenteller nehmen könnten.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare