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Den besten Überblick bot die Empore. Die teuersten Plätze aber befanden sich direkt vor der Bühne.

Veranstaltung

Alles auf Edel für die grüne Oase

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Der sechste Frühlingsball lockt rund 1400 Gäste in den Palmengarten, darunter Promis und Politiker.

Der erste Tanz beginnt, lange bevor das Parkett im Gesellschaftshaus freigegeben wird. Ab etwa 17.45 Uhr lässt er sich an diesem Samstagabend auf dem Vorplatz zum Südeingang des Palmengartens beobachten. Schwarze Edelkarossen umkreisen ihn im Schritttempo, halten kurz an, damit ihre Insassen - die selbstverständlich auf den Rücksitzen Platz genommen haben und nicht selbst fahren - aussteigen und durch den Nieselregen die Treppe hoch zum Gesellschaftshaus eilen können. Die Abstände zwischen den einzelnen Wagen wirken wie abgemessen. Ab und zu unterbricht ein beigefarbenes Taxi den schwarzen Reigen.

Alles an diesem 6. Frühlingsball im Palmengarten steht im Zeichen des Edlen - im doppelten Wortsinne. Die Wagen sind edel, die Garderobe der daraus aussteigenden Gäste, die Preise der Tombola, das Menü aus drei Gängen, das sich über ebenso viele Stunden zieht. Und auch das Anliegen des Abends kann man durchaus als edel bezeichnen. Denn immerhin handelt es sich um eine Benefizgala zugunsten der Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten.

Die Lichtanlage verwandelt ab 19 Uhr die Stuckdecke des Ballsaals in einen Sternenhimmel. Darunter verleihen rosa- und lilafarbene Leuchter dem festlichen Bankett eine schummrig-gemütliche Atmosphäre. „Ganz bezaubert“ zeigt sich Moderatorin Andrea Ballschuh. „Sie sehen alle so schön aus“, lässt sie das Publikum wissen und bescheinigt den rund 500 Bankett-Gästen, „wunderschön“ auszusehen. Das Publikum nimmt das zur Kenntnis.

Ballschuh müht sich ein ums andere Mal, die anwesende Stadtgesellschaft an das Anliegen des Abends zu erinnern: Spenden generieren für die „grüne Oase“ in der Stadt. Die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten hat eigens dafür aufwendige Kurzfilme produziert, in denen sich Vorstand und Mitarbeiter vorstellen. Das Publikum nimmt auch diese zur Kenntnis - zwischen Saibling-Tartar mit Gurken-Relish und dem rosa gebratenen Kalbsfilet an Sherry-Jus. Zwischen 249 und 499 Euro pro Person haben sich die Bankett-Teilnehmer den Frühlingsball kosten lassen - je nach Standort.

Zu Füßen der Bühne haben auch einige bekannte Gesichter Platz genommen. Ex-Topschwimmer Michael Groß unterhält sich angeregt mit Ex-Eiskunstlaufstar Marika Kilius. Der Hessen-SPD-Chef Thorsten Schäfer vertritt sich zwischen den Gängen die Beine im Palmenhaus. Ex-Glücksradfee Maren Gilzer soll auch zugegen sein - aber wer kann das bei 500 Besuchern schon mit Sicherheit sagen?

Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) ist immerhin noch im Amt und an diesem Abend ebenfalls zugegen: „Der Frühlingsball ist schon ein Highlight“, sagt er, „nicht einfach nur ein Pflichttermin.“

Ebenfalls noch im Geschäft ist ARD-Lotto-Moderatorin Franziska Reichenbacher, die - wie nicht anders zu erwarten - an diesem Abend die Tombola moderiert. 4000 Lose sind im Umlauf - zehn Euro das Stück. Reichenbacher nimmt sieben. „Eine meiner Glückszahlen“, sagt sie. „Ich habe einen professionellen Blick auf solche Abende“, sagt sie. Am wichtigsten sei ihr der Charity-Gedanke, die finanzielle Unterstützung des Palmengartens. „Aber natürlich macht es auch Spaß.“

Etwas später als geplant, gegen 22.20 Uhr, wird der Festsaal auch für diejenigen geöffnet, die nicht am Bankett teilnehmen wollten oder konnten. Immer noch 111 Euro kosten die sogenannten „Flanierkarten“. Die Sängerinnen von „Princess Cut-Tanzmusik“ geben das Parkett frei. Es darf endlich getanzt werden - jetzt so richtig.

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