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Konzentration und Körperbeherrschung sind beim Yoga-Tag erwünscht.

Yoga

Frankfurt feiert den Weltyogatag

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"Yoga für alle" in Frankfurt: Das indische Generalkonsulat lädt zu vielen Kursen am Walther-von-Cronberg-Platz ein.

Ein Yoga-Starcoach hat sich angekündigt. Er heißt Feroze Khan und ist der Gründer des European Yoga Institutes in Brüssel. Khan gibt am Donnerstagabend über der Ehrenhofterrasse des Steigenberger Frankfurter Hofs eine kostenlose Yogastunde.

Es ist der Ort, an dem einst Thomas Mann und Alfred Hitchcock ihre Morgenrunden drehten. Yoga machten sie wohl eher nicht. Aber damals feierte man auch noch nicht den Internationalen Tag des Yogas, auch Weltyogatag, genannt. Diesen gibt es erst seit 2015. Die UN-Vollversammlung hatte ihn 2014 auf Vorschlag von Indiens Premier Narendra Modi ausgerufen. Yoga sei „ein unschätzbares Geschenk unserer alten Tradition“, begründete Modi.  

Der 21. Juni wurde gewählt, weil er der längste Tag des Jahres ist. Yogafans können hierzulande rein theoretisch 17 Stunden lang die Sonne grüßen. Die größte Veranstaltung wird ein paar Tage nach dem eigentlichen Weltyogatag stattfinden: Das indische Generalkonsulat lädt am Samstag zwischen 15 und 18 Uhr zum Internationalen Tag des Yogas am Walther-von-Cronberg-Platz ein. Nicht nur der Eintritt ist frei, sondern Besucher bekommen sogar eine Yogamatte und ein T-Shirt geschenkt.

Nach ein paar Begrüßungsansprachen geht es um 15.45 Uhr mit der Bewegung los. Es gibt Kurse wie: „Balance, beugen und strecken – Hatha Yoga-Übungen, um jung und fit zu bleiben“ um 16.20 Uhr oder die Einführung in „Surayanamaskara“ (den Sonnengruß) um 16.55 Uhr. Oder man kann sich für „Yoga for energy and success“ um 17.10 Uhr entscheiden.

„Frankfurt hat den Ruf, in Deutschland die Stadt zu sein, in der die Leute die sportlichste, aber auch die am wenigsten spirituelle Form von Yoga machen“, erzählt Yogatrainerin Nadine Gerhardt. „Aber das ändert sich langsam.“ Die 36-Jährige betont, gerade in der Bankenstadt glauten eben viele auch nach der Arbeit, noch weiter Leistung abliefern zu müssen. „Manchmal, wenn ich meine Teilnehmer frage, worauf sie Lust haben, und sie rufen: ‚Power‘, sage ich: ‚Wir machen genau das Gegenteil. Denn das braucht ihr jetzt.’“

Seit vorigem Sommer bietet Gerhardt auch Pop-up-Outdoor-Yoga-Kurse an. Ob am Mainufer, unweit der EZB oder im Holzhausenpark. Am Ende zahle man nur das, was man geben möchte oder könne. „Voriges Jahr machte am Main spontan ein Obdachloser mit und kam danach regelmäßig.“

An diesem Weltyogatag gibt Gerhardt ihren Kurs im Holzhausenpark. „Es ist auch gleichzeitig das Fest der Sommersonnenwende“, sagt sie. Deswegen fängt der Kurs auch erst um 21 Uhr an. Gerhardts Lieblingsvariante ist Kundalini Yoga, ein Yoga der Bewusstheit, das sich durch relativ einfache Grundhaltungen auszeichnet; extreme Dehnübungen oder Kopfstand kommen nicht vor. „Es ist für Anfänger geeignet“, sagt Gerhardt. Sie entscheide immer spontan, welche Übungen sie macht, ob mit mehr Schwitzen oder mehr Meditation.

Zu Gerhardts Yogastunden gehören auch Rituale. „Wir haben schon mal Papierboote gebastelt, und die Teilnehmer konnten ihre Sorgen und Wünsche darauf schreiben“, erzählt Gerhardt. Die Boote hat sie auf dem Main auf die Reise geschickt.

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