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Der junge Matula, seine Stiefel und seine Jacke in Aktion.

Matula Fall für zwei

Der letzte Lederjackennacken

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Nach 300 Folgen "Ein Fall für zwei" machen ZDF und Claus-Theo Gärtner Schluss. Der letzte Film ist abgedreht, Sendetermin irgendwann im Frühjahr 2013. Ein Blick zurück

Eigentlich ist jetzt alles so, wie es immer hätte sein sollen. Wie es gedacht und geplant war. Und just in diesem Moment wirft Claus Theo Gärtner das Handtuch. Das sieht ihm ähnlich.

Es war Anfang der 80er, und Karl-Heinz Willschrei und Georg Althammer hatten eine Wahnsinnsidee für eine wunderbare TV-Serie: ein junger, aufstrebender Anwalt und ein im Lauf der Jahrzehnte verwitterter Schnüfflergreis ermitteln und sorgen für Gerechtigkeit in Frankfurt.

Als schließlich die Rolle des Anwalts mit dem damals schon nicht mehr ganz taufrischen Günter Strack und die des Privatdetektivs mit dem damals schon knackigen Claus Theo Gärtner besetzt war, entschlossen sich die Serienväter, dass auch andersrum ein Schuh draus werden könne.

Wurde es auch. Seit dem 11. September 1981 läuft die Serie „Ein Fall für zwei“ im ZDF. Josef Matula, genauer Hermann Josef Matula, und sein jeweiliger Lebensabschnittsgeschäftspartner gehören schon längst zum bundesdeutschen Fernsehkanon, sie sind eine verlässliche Größe wie die Mainzelmännchen oder Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer.

Die Krimiserie schlechthin der 80er Jahre wurde dann aber doch „Miami Vice“, was nicht die Schuld von Strack und Gärtner war. Eher die ihres tristen Ermittlungsorts, der gegen Miami nicht anstinken konnte. Außerdem war die deutsche Titelmelodie zwar cool und von Klaus Doldinger. Aber die amerikanische noch cooler und von Jan Hammer.

Verknorzt wie geplant

Aber: „Miami Vice“ läuft heute nur noch nachts als Wiederholung in irgendwelchen Nerd-Sendern, eingebettet zwischen Schirm, Charme, Melone und dem dicken Hoss. „Ein Fall für Zwei“ läuft aber heute noch, brandaktuell, und zwar im ZDF, einer anerkannten Sendeanstalt des öffentlichen Rechts („Fernsehgarten“, Markus Lanz, royale Hochzeiten).

Jetzt aber ist Schluss. Jetzt, wo Claus Theo Gärtner 69 und endlich so verknorzt ist, wie ihn die Serienväter von Anfang an haben wollten. Am gestrigen Donnerstag fiel die Klappe zu den Aufnahmen für die letzte Sendung. Sie soll treffend „Letzte Worte“ heißen und irgendwann im Frühjahr kommenden Jahres ausgestrahlt werden. Im ZDF.

Ihren Ausstieg hatten die beiden Hauptdarsteller bereits vor ein paar Monaten verkündet. Nach der 300. Folge wäre es an der Zeit, meinen sie. Claus Theo Gärtner will jetzt erst einmal eine ausgedehnte Weltreise machen. Mit Frau. Und Wohnmobil. Mindestes „ein Jahr lang auf der Transamericana von Argentinien und Chile über Mittelamerika bis nach Alaska“. Irgendwie liegt Miami da, naja fast, auf dem Weg, und vielleicht guckt Matula mal bei Crockett und Tubbs im Altenheim vorbei, um über die 80er zu schnacken. Und bringt ihnen was aus Frankfurt mit. Bethmännchen zum Beispiel, die sind leicht zu beißen. Oder eine wärmende Lederjacke. Seine braucht er ja nicht mehr.

Zur Ruhe setzen will der Schauspieler Claus Theo Gärtner sich freilich nicht. Ihn dürstet bereits nach neuen Rollen, wenn er von seinem USA-Trip wiederkommt. Vielleicht hat ja irgendwer eine Serie geplant mit einem jugendlichen, vitalen, kraftstrotzenden Privatdetektiv. CTG wäre da eine erste Wahl. Er kann, dass hat er mit Matula bewiesen, in solche Rollenbeschreibungen hineinwachsen.

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