Industrie- und Handelskammer

„Albatros“ Groß will IHK-Vize werden

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Schwimm-Olympiasieger Michael Groß und die Unternehmensberaterin Stefanie Kaulich treten an der Seite von Ulrich Caspar an.

Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar hat offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt erklärt. Die Vollversammlung tritt am 9. Mai zur Wahl einer neuen Führung zusammen. An Caspars Seite sollen nach den Vorgesprächen als Vizepräsidenten der Schwimm-Olympiasieger Michael Groß (54) und die Unternehmensberaterin Stefanie Kaulich (38) stehen.

Der 62-jährige Caspar versicherte im Gespräch mit der FR, das Präsidentenamt strikt politisch neutral zu führen. „Ich habe bewusst die Entscheidung getroffen, meine politischen Aktivitäten zu beenden“, sagte der Unternehmensberater, der seit fünf Jahren der IHK-Vollversammlung angehört. Der Diplom-Betriebswirt nannte vier inhaltliche Schwerpunkte für seine künftige Arbeit. „Ich stehe dafür, dass wir möglichst schnell zusätzliche Flächen für den Bau von Wohnungen aktivieren.“ Die Industrie- und Handelskammer müsse außerdem mehr tun, um den Mangel an Fachkräften zu bekämpfen. Es gelte, „die Aus- und Weiterbildung zu stärken“.

Zum dritten müsse die IHK „für die Zukunft fitgemacht werden“. Caspar möchte deshalb den Internetauftritt der Kammer verstärken. Und schließlich ist es sein Plan, die IHK mehr als bisher „als Dienstleister für Existenzgründer, für kleinere und mittlere Betriebe“ aufzustellen.

Mit dem früheren Politiker und seinem Team würden drei Personen aus der Beratungsbranche die Frankfurter Wirtschaft repräsentieren – das gilt Kritikern als einseitiges und konservatives Angebot. Caspar selbst ist Gesellschafter einer Immobilienberatung. Der Ex-Leistungssportler Michael Groß ist Gesellschafter des Consulting-Unternehmens Groß&Cie in Königstein. Groß sagte der FR, er verstehe sich als „Frankfurter Bub“, sei aber auch „stark in der Region verankert“.

Der Unternehmer, dessen Spitzname als Sportler „Albatros“ war, nannte als Ziele den Wohnungsbau, aber auch die Stärkung der Infrastruktur von Frankfurt und Rhein-Main. Er wünsche sich „eine möglichst bunte Vielfalt“ an der Spitze der IHK.

Ulrich Caspar hat seine Kandidatur eingehend mit IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle abgesprochen, der die Vollversammlung organisiert. Beobachter halten es dennoch für möglich, dass es am 9. Mai zu Gegenkandidaturen gegen den ehemaligen CDU-Politiker und sein Team kommt.

Eine große Figur aus der Vergangenheit taucht in jedem Fall auf: Frank Albrecht, von 1990 bis 2011 Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes, kandidiert wieder als IHK-Vizepräsident. Diese Position hatte er von 1990 bis 2009 bereits einmal inne.

Der 76-jährige Inhaber der traditionsreichen Parfümerie Albrecht in Frankfurt sagte der FR, die Führungsspitze der IHK brauche „ein wenig Kontinuität“. Er wolle seine Erfahrung in das Präsidium einbringen. Der Einzelhändler wirbt für eine stärkere Zusammenarbeit in der Region. So hatte er 2018 vorgeschlagen, ein gemeinsames Autokennzeichen für Frankfurt und Offenbach einzuführen.

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