Feminismus

Aktivistinnen zertrümmern Auto von Pick-up-Artist

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Das Netzwerk #FeministischKämpfen will auf die alltäglichen Kämpfe von Frauen aufmerksam machen. Dabei überschreiten Aktivistinnen auch mal die Grenzen des Legalen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat sich das Aktionsnetzwerk #FeministischKämpfen zusammengefunden. Es soll einen Rahmen bilden, „in dem wir alle unsere feministisch aktivistischen und alltäglichen Kämpfe zusammenführen, und uns dabei gegenseitig solidarisch und auf Augenhöhe unterstützen“, sagt Lila Herrmann, Sprecherin des Netzwerks.

Mit dem Hashtag wolle man diesen Kämpfen eine gemeinsame laute Stimme geben. Unterstützt wird das Netzwerk von Einzelpersonen und verschiedenen Gruppen, darunter „FfeM“, „SUQ“ und „Kritik & Praxis“. Ziel sei es, auf Alltagskämpfe von Frauen, Lesben, Transpersonen, intergeschlechtlichen, nichtbinären und queeren Menschen (FLTINQ) aufmerksam zu machen und sich gegen Gewalt an ebenjenen zu wehren.

Dabei überschreiten Aktivistinnen des Netzwerks auch mal die Grenzen des Legalen: Auf seiner Internetseite verkündet das Netzwerk in einem Beitrag vom 3. März, man habe am Abend zuvor das Auto eines Frankfurter Pick-up-Artist (PUA) zertrümmert. „Die Reifen haben wir zerstochen, die Scheiben zerschlagen und die Karosserie bearbeitet.“ PUA sind „Dating Coaches“, die Männern dabei helfen, Frauen sexuell zu verführen. Die Aktivistinnen machen in ihrem Beitrag den Namen und die Adresse des PUA sowie das Kennzeichen des zertrümmerten Autos öffentlich. Die Polizei bestätigt, dass ihr der Vorfall bekannt ist. Es sei Anzeige erstattet worden. „Viel zu selten müssen sich die PUA vor Konsequenzen fürchten, denn es ist gesellschaftlich normalisiert, die Grenzen von Frauen zum Spaß der Männer zu überschreiten“, sagt Herrmann. „Die Aktivistinnen nehmen nicht länger hin, dass sexualisierte Übergriffe gesellschaftliche Normalität bleiben, und wehren sich dagegen.“ Mit den Worten „Entlarvt sie, markiert sie, greift sie an!“ ruft das Netzwerk dazu auf, ähnliche Aktionen zu begehen. „Für uns ist die Grenzübertretung zur Illegalität eine Notwendigkeit von feministisch revolutionärer Politik, um tatsächlich systemische Veränderungen zu erzielen und aus der jahrhundertealten Unsichtbarmachung auszubrechen“, sagt Herrmann.

Auch mit weniger drastischen Aktionen wie Graffitis, Bannern und Stickern macht das Netzwerk in der Stadt auf sich aufmerksam. Außerdem nimmt es rund um den Internationalen Frauentag an verschiedenen Demonstrationen teil. So schließt es sich unter anderem der Demo des Frauen*streik-Bündnisses und „Fridays for Future“ am Freitag, 6. März, um 16 Uhr am Zoo an. Am Samstag, 7. März, um 19 Uhr findet unter dem Motto „We reclaim the night“ eine Frauendemo statt, bei der heterosexuelle Männer nicht erwünscht sind. Auch nach dem 8. März wolle man weitere Aktionen durchführen.

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