Zivilgesellschaft

Aktion gegen die AfD bringt 100.000 Euro in 15 Tagen

  • schließen

Ein Verwandter spendet 100.000 Euro an die AfD. Also ruft Moritz Krawinkel aus Frankfurt zu Spenden für antirassistische Projekte auf. Nach nur 15 Tagen ist das Spendenziel erreicht. Das Geld geht an einen Verein.

Der finale Durchbruch gelang am Samstagmittag. Dann hatte die Onlineaktion „100 000 Euro gegen die AfD“ ihr Ziel erreicht: Nach nur 15 Tagen hatten mehr als 2100 Menschen 100 000 Euro für den Verein „Netzwerk Polylux“ gespendet, der antirassistische Initiativen in den östlichen Bundesländern unterstützt.

Dass das Geld so schnell zusammenkommen würde, hätte er vorher nicht gedacht, sagt Moritz Krawinkel, der die Aktion Mitte Februar gestartet hat. Aber als immer mehr Medien über die Aktion berichteten und sogar der Satiriker Jan Böhmermann auf sie hinwies, „da war schon klar, das kann funktionieren“, sagt der 36-jährige Frankfurter, der für die Menschenrechtsorganisation Medico International arbeitet.

Krawinkel, sein Bruder und weitere Verwandte hatten das Crowdfunding ins Leben gerufen, nachdem bekannt geworden war, dass der Berliner Bauunternehmer Christian Krawinkel, ein entfernter Verwandter, 100 000 Euro an die in Teilen rechtsextreme AfD gespendet hatte. Das wollten die anderen Krawinkels nicht auf sich sitzen lassen – und beschlossen dagegenzuhalten. Es sei beeindruckend, wie stark der Spendenaufruf über Twitter, Facebook und E-Mail herumgegangen sei, sagt Moritz Krawinkel. Er hoffe, dass das Geld der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland nütze und viele Menschen darin bestärkt würden, dass man etwas gegen Rassismus und die AfD tun könne.

Fatma Kar vom Netzwerk Polylux ist durch das viele Geld und die Aufmerksamkeit derweil ziemlich im Stress. „Aber es ist ein positiver Stress“, sagt Kar, die aus Thüringen stammt und in Berlin lebt. Der im vergangenen Jahr von zehn Leuten gegründete Verein habe eigentlich langsam wachsen wollen, sagt Kar. Doch durch die 100 000 Euro könne man viele Projekte sofort umsetzen. Das Geld gehe etwa an den Verein Akubiz in Pirna, der die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft im Erzgebirge aufarbeiten will. Oder an das alternative Kulturprojekt „Schlossberg 1“ im thüringischen Saalfeld. Man habe viel zu tun und sei etwas überfordert, sagt Kar. „Aber es ist ja eine schöne Überforderung.“

Bei einem Feuer ist das Auto von AfD-Chef Tino Chrupalla abgebrannt. Jörg Meuthen erhebt schwere Vorwürfe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare