+
Besitzer Nikolas Peters und jede Menge Schnapsflaschen vor mexikanischer Bergkulisse in der Rabbit Bar.

Bars in Frankfurt

Agaven in der Tonschale

  • schließen

In Frankfurts erster Mezcal Bar bietet Nikolas Peters 100 Sorten mexikanischen Schnaps an.

Die meisten kennen nur Tequila. Leider, findet Nikolas Peters. Dabei sei der Schnaps, der aus Agaven gewonnen wird, extrem vielfältig. Und das will er den Frankfurtern in seiner Rabbit Mezcal Bar an der Berger Straße beweisen. Rund hundert Sorten Mezcal bietet der 37-Jährige in den kleinen Räumen an. „Trinken kann man ihn wie man will“, sagt Peters, „nur nicht als Shot.“ Dass die Gäste den Schnaps nicht hinunterkippen sollen, sei nicht immer einfach zu erklären. Denn nur so ließen sich die Nuancen erschmecken, und die können salzig, süßlich und vor allem rauchig sein. Jede Sorte habe eine eigene Charakteristik, so Peters. „Ich trinke ihn gerne pur.“ 

Aber die Gäste der Rabbit Bar können Mezcal auch als Cocktail schlürfen, etwa mit Ginger Beer und Zitrone. Traditionell werde die mexikanische Spirituose in der getrockneten Schale der Frucht des Jicara-Baums serviert. Peters bietet ihn in kleinen Tonschüsseln an. Wer mag kann auch Gin, Wein, Bier oder Nichtalkoholisches trinken. Dazu gibt es eine kleine Auswahl an Tacos. 

In den Räumen, in denen zuvor das Yumas mexikanisches Essen anbot, dominiert nun eine rote Theke. Davor stehen Hocker aus Holz, auch vor der großen Fensterfront können Gäste sitzen, die Wände sind schwarz gestrichen. DJ Ata half bei der Einrichtung und legte bei der Eröffnungsfeier auf. Für Peters, der auch das Yumas am Baseler Platz und im Westend betreibt, war es für ein Restaurant zu klein geworden. So wurde daraus die Rabbit Bar, deren Name auf eine aztekische Fabel zurückgeht, in der etwa 400 betrunkene Kaninchen vorkommen, die sich von der Göttin der Agave Mayahuel ernähren. 

Nun will Peters seine Gäste an die Pflanze in flüssiger Form heranführen. Dabei schmeckte ihm der Schnaps, als er ihn zum ersten Mal auf einer mexikanischen Hochzeit probierte, überhaupt nicht. Doch durch seine Arbeit in den Restaurants, in denen sie die Spirituose anbieten, wurde Peters immer mehr zum Fan. In Deutschland sei Mezcal noch ziemlich unbekannt. Auch die meisten seiner Gäste haben das Getränk noch nicht probiert. 

Ganz günstig ist Mezcal nicht, in der Bar gibt es zwei cl von 3,50 bis 15 Euro. Denn die Herstellung des Hochprozentigen ist aufwendig. Bergbauern destillieren ihn vor allem rund um die Stadt Oaxaca – in mühsamer Handarbeit. Wie beim Champagner darf sich ein Schnaps nur Mezcal nennen, wenn er in einer bestimmten Region hergestellt wurde. Ein illuminiertes Foto hinter dem Thresen zeigt einen Mezcalero an seinem Ofen, dichter Rauch steigt in die Berge. Die Mengen sind meist gering, einige produzierten nur etwa 80 Flaschen im Jahr, so Peters. Auf der Rückseite der oft kunstvoll verzierten Etiketten wird die Auflage eingetragen. 

Lange Zeit sei Mezcal sogar in Mexiko verpönt gewesen und wurde nur „Schnaps der Bauern“ genannt, erzählt Peters. Seit einigen Jahren ist er aber ziemlich angesagt und wird auch in Bars in New York ausgeschenkt. Auf den Wurm in der Flasche, heute ein Marketing-Gag, sollte man allerdings eher verzichten. Diese Sorten seien meist nicht besonders gut. Doch wer das Getränk unbedingt mit Fleischeinlage probieren möchte – eine Flasche hat die Rabbit Bar im Angebot. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare