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Ärger um Pläne für Europäische Schule Frankfurt

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Von: Sandra Busch

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Die Europäische Schule soll auf dem Festplatz am Ratsweg entstehen.
Die Europäische Schule soll auf dem Festplatz am Ratsweg entstehen. © Christoph Boeckheler

Die Stadtverordneten setzen sich für Kleingärten ein, die einer Studie nach für einen Neubau der Europäischen Schule am Ratsweg weichen müssten.

Um die Pläne für die Europäische Schule gibt es Ärger. Am Freitag hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) verkündet, dass eine Machbarkeitsstudie ergeben habe, dass der Festplatz am Ratsweg als Standort für einen Neubau der Schule geeignet sei. Außerdem teilte sie mit, dass ein Eingriff in die Flächen des Kleingartenvereins Riederwald nicht vermeidbar sei. Das gefällt dem Kleingartenverein ganz und gar nicht. 44 Kleingärten würden weichen müssen, sagte der Vorsitzende Niklas Pauli am Montagabend im Bildungsausschuss. An deren Stelle solle der Sport- und Bewegungsbereich der Schule gebaut werden. „Aber wir brauchen das Grüne in Frankfurt.“

Auch von einer Verkehrsstraße durch die Gartenanlage für 1000 Autos und zwölf Busse berichtete Pauli. Die Stadtverordneten im Ausschuss sind zum Teil darüber erstaunt. Und verärgert. Denn: Sie kennen diese Studie nicht. „Es wäre schön, wenn wir sie einmal zu Gesicht bekämen“, sagte Sara Steinhardt (CDU). Die Planungsanforderungen der Schule seien eine Blackbox, ein Neubau am Ratsweg rufe viele Zielkonflikte hervor. Für Monika Christann (Linke) wird dabei die „Wichtigkeit von Kleingartenanlagen unterschätzt und das ist ein Skandal“.

Jahrelang hat die Stadt versucht, ein Areal für die in Niederursel ansässige Europäische Schule zu finden, das sie für einen Neubau zur Verfügung stellen könnte. In einer bereits am Donnerstag geschlossenen Projektvereinbarung haben Vertreter:innen von Bund, Land, Europäischer Zentralbank, Europäischer Schule und Stadt das weitere Vorgehen wie etwa einen Architektenwettbewerb festgelegt. „Es kommt mir vor, als würden Nägel mit Köpfen gemacht“, sagte Steinhardt.

Auch Britta Wollkopf (Volt) hat diese Studie nie gesehen, sagt aber, dass sie nicht sehe, dass „so viele Kleingärten wegfallen müssen“. Auch Sylvia Kunze (SPD) sagte, dass die Studie nur eine Diskussionsgrundlage sei. „Wir haben das Interesse, dass die Kleingärten erhalten bleiben, darüber muss man reden.“

Gesehen hat die Studie: die Grünen-Fraktion. Dort hatte Weber sie wie im Kleingartenverein vorgestellt. „Sie wirft Fragen auf“, sagte Julia Frank. Warum etwa zehn Sportfelder sein müssten, „andere begnügen sich auch mit zwei bis drei Feldern“. Die Grünen wollten die Gärten erhalten und es sei nicht ersichtlich, warum sie fallen müssten.

Weber sagte, es gebe zwar noch unterschiedliche Informationsstände, aber „es ist noch keine Entscheidung gefallen“. Alle Beteiligten hätten sich lediglich „auf den Weg gemacht, das Projekt am Ratsweg zu realisieren“. Die Studie sei keine der Stadt, sondern der EZB, die eine Diskussionsgrundlage bilde. „Viele Fragen sind noch ungeklärt“, sagte Weber. Sie sehe Potenzial, einiges auch anders zu machen und platzsparender zu sein. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“

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