1. Startseite
  2. Frankfurt

Ärger übers Frankfurter Wasser

Erstellt:

Von: Thomas Stillbauer

Kommentare

Vogelsberger Verein kritisiert die Stadt, weil sie weiterhin Anstrengungen für ein Brauchwassersystem vermissen lasse.

Der Verein Schutzgemeinschaft Vogelsberg hat seine Kritik an der Frankfurter Wasserpolitik erneuert. Anlass gab ein FR-Bericht über einen Recyclingbetrieb im Frankfurter Westen, der einen Brunnen graben will, um Altmetall mit Grundwasser zu beregnen. Aus Sicht der Umweltbehörden ist das unbedenklich, aus Sicht der Schutzgemeinschaft Vogelsberg ein weiterer Hinweis auf die „untätige, unwillige und unfähige Frankfurter Politik“.

Hintergrund ist, dass Frankfurt Wasser aus dem Vogelsberg bezieht – zu viel Wasser, wie Ortsansässige der Stadt vorwerfen, weil sie es unter anderem zum Bewässern von Bäumen und Grünflächen nutze.

Dass die Recyclingfirma kein Trinkwasser für die Schrottberegnung verwende, sei „für Frankfurter Verhältnisse schon sehr bemerkenswert“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. „Das fällt sogar dem städtischen Umweltamt auf, welches in heißen Sommern die Bevölkerung zum Baumgießen aus dem Wasserhahn aufruft.“ Das Amt hatte im Zusammenhang mit dem Brunnen der Recyclingfirma darauf hingewiesen, dass die Stadt auf dem Weg sei, sich stärker aus eigenen Wasserressourcen zu versorgen.

Die Vogelsberger werfen Frankfurt vor, immer noch nicht allen Neubauten ein doppeltes Leitungsnetz (für Trink- und Brauchwasser) zu verordnen. Das Einsparpotenzial beim Trinkwasser läge damit für ein „mittleres Hochhaus“ beim Zehnfachen dessen, was der Recyclingbetrieb maximal in Anspruch nehme: 30 000 bis 40 000 Kubikmeter pro Jahr.

Die Frankfurter Politik blamiere sich mit „Sonntagsreden von Zisternenbau-Empfehlung und Schwammstadt-Planungen“, teilt die Schutzgemeinschaft weiter mit, und bekomme „von der Schrottfirma gezeigt, wie einfach sich mit Betriebswasser Trinkwasser einsparen lässt“. ill

Auch interessant

Kommentare