Das Palmengarten-Emoji soll im Lauf des Jahres kommen.

Sauberkeitskampagne

Ärger über Schmutz in Frankfurt

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Die Kampagne Cleanffm gegen wilden Müll im Stadtgebiet will noch effektiver werden. Umfrageteilnehmer sehen vor allem ein Grundproblem.

Die Stadt will künftig noch intensiver an der Sauberkeit im öffentlichen Raum arbeiten. Das Konzept „Cleanffm“, im Frühjahr 2017 begonnen, ist längst vom Pilotprojekt zum Regelinstrument geworden. Claudia Gabriel und Felicitas Binder von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt zogen am Donnerstagabend im Umweltausschuss der Stadtverordneten Bilanz und blickten voraus.

Die jüngste Umfrage zum Thema zeigt: Eine Mehrheit der 509 Befragten bewertet die Cleanffm-Aktionen als sehr gut, zweifelt aber an ihrer Wirksamkeit. 22 Prozent befanden die Kampagnen (etwa bunte Mülleimer, Videoclips mit Prominenten, Sauberkeitsbotschafter in Parks) als sehr wirksam – aber ebenso viele trauten ihnen keinen oder gar keinen Effekt auf die Sauberkeit in der Stadt zu.

Am besten bewerteten die Befragten Aktionen in Schulen und mit Kindern (87 Prozent), zusätzliches Reinigungspersonal (82) und auffällige Putzaktionen (75 Prozent). Deutlich wird aber vor allem: Cleanffm ist immer noch nur knapp einem Drittel der Leute bekannt, sie wünschen sich deutlich mehr Kontrollen – und vor allem Strafen. „Fehlverhalten muss besser kontrolliert werden“, schrieb ein Umfrageteilnehmer. Ein anderer: „Meiner Meinung geht vieles nur unter Zwang, also Bußgelder, mehr Personal, Verbote und deren Kontrolle.“

Als Konsequenz aus den Erfahrungen will Cleanffm noch effektiver werden. „Der Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum nimmt weiter zu“, betonte Gabriel, es gebe praktisch keine Ruhephasen mehr. Restmüll werde zunehmend zum Problem etwa auch an Bushaltestellen oder als wilde Zugabe zum Sperrmüll.

Was kann man da machen? Werben: mit einer grünen Sauberkeits-Straßenbahn, wie sie am Montag dieser Woche präsentiert wurde. Mit mehr „Meinungsfiltern“ etwa in Frankfurter Bädern. In solche Behälter können Raucher ihre Zigarettenkippen werfen, links oder rechts – und dabei abstimmen: „Wo ist abends mehr los?“, war eine der Filterfragen im vorigen Jahr: „Hibbdebach oder dribbdebach?“ In den Bädern sollen auch Taschenaschenbecher verteilt und Mehrwegbecher für Getränke beworben werden.

Weitere Projekte: Das Geschirrmobil, das Wegwerfteller und -becher bei Veranstaltungen vermeidet, wird gratis vermietet – stadtintern, aber auch extern. An wen, entscheidet der Projektpartner Gewerbeverein Oberrad. Auch der Palmengarten wird Schauplatz der Sauberkeitswerber. Er erhält neue Abfallbehälter, individuelle „Clean Facts“ mit Zahlen und Daten zum Palmengarten und im Lauf des Jahres ein eigenes grünes Emoji: ein lächelndes Gesicht.

„In die Köpfe und Herzen kommen“, so lautet das Ziel der Kampagne, die das Umweltdezernat jetzt mit noch mehr Intensität vorantreiben will. Sauberkeit soll im Bewusstsein verankert werden. „Menschen dauerhaft involvieren“ wollen Dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Stabsstellenchefin Gabriel. Ihr Credo: Verantwortung, die auf alle verteilt wird, ist wirkungsvoller als Vorschriften von oben.

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