Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kinder

Ärger über Nachmittagsbetreuung

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
    schließen

Kinder dürfen in Frankfurt nach der schulischen Notbetreuung in Horte, aber nicht in die erweiterte schulische Betreuung gehen. Der Stadtelternbeirat fordert die Bildungsdezernentin auf, die Betreuung im Wechselunterricht einheitlich zu regeln.

Weiterhin gibt es Unmut bei Eltern über die Organisation der Not- und Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder. Denn während Hortkinder auch nach dem Besuch der Notbetreuung in ihre Nachmittagseinrichtung gehen können, gilt das nicht für Kinder einer „Erweiterten Schulischen Betreuung“ (ESB). Sie dürfen nur an ihren schulischen Präsenztagen in die Nachmittagsbetreuung kommen. Der Stadtelternbeirat fordert nun von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) in einem Schreiben, die Nachmittagsbetreuung im Wechselunterricht schnellstmöglich einheitlich zu regeln.

Ab dem heutigen Montag kehren die Klassen 1 bis 6 an die Schulen im Wechselunterricht zurück. Dabei geht ein Teil der Klasse in die Schule, während der andere zu Hause lernt. Die meisten der 80 Grundschulen wechseln die Gruppen tageweise. Zudem gibt es eine Notbetreuung für Kinder, die keinen Präsenzunterricht haben, aber zu Hause nicht betreut werden können. Die gibt es aber nur am Vormittag für fünf Stunden in der Schule. Danach dürfen Kinder, die in einer ESB sind, nicht die Nachmittagsbetreuung besuchen. Kinder in einem Hort aber schon.

Ungerechte Regelung

Für die Elternvertreter:innen widerspricht die Regelung dem Infektionsschutz. „Diese uneinheitliche Handhabung führt das Wechselmodell mit der Einhaltung fester Gruppen ad absurdum“, sagen sie. „Denn die Trennung der morgendlichen Gruppen wird damit für eine Vielzahl der Schüler:innen nachmittags konterkariert.“ Zudem würden Eltern vor ein Problem gestellt, die auf die Notbetreuung angewiesen seien: „Die Kinder sind plötzlich nur noch bis zum Mittag betreut.“

Auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) empfindet diese Regelung als „ungerecht“. Aber es gebe uneinheitliche Vorgaben von Kultus- und Sozialministerium. „Während der Kultusminister für die schulischen Angebote keine Notbetreuung am Nachmittag vorgesehen hat“, sagt Weber, „hat der Sozialminister für die Krippen, Kitas und Horte einen ‚Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen‘ verfügt.“ Dieser bedeute die vollständige Öffnung der Einrichtung unter Einhaltung der Hygienepläne. Und für die Horte sind die Vorgaben des Sozialministeriums maßgeblich, für die ESBs, die vornehmlich städtisch und von freien Trägern betrieben werden, ist das Kultusministerium zuständig.

Aber für Weber ist „vollkommen klar, dass eine Notbetreuung ganztägig stattfinden muss“. Berufstätige Eltern seien darauf angewiesen und „als Gesellschaft müssen wir auch die Versorgung der sogenannten systemrelevanten Berufsgruppen sicherstellen“. Doch die Verordnung des Landes sei mit den Kommunen nicht abgestimmt gewesen und stellt diese „nun vor enorme Probleme“. Denn das Land geht mit seiner Verordnung davon aus, dass die städtischen Beschäftigten und Mitarbeiter:innen der Träger in den ESBs für die Notbetreuung am Vormittag in der Schule herangezogen werden können. „Dann aber fehlen diese Kräfte am Nachmittag“, sagt Weber.

Die Dezernentin nennt die Lage „dramatisch“. Denn schließlich ist ohnehin zusätzliches Personal nötig, da Gruppen nicht gemischt werden dürfen und es zusätzlich es auch unter den Betreuungskräften Risikogruppen gibt. Nun fehlen plötzlich weitere Kräfte, weil sie in einer Notbetreuung am Vormittag in Schulen eingesetzt werden sollen. Weber appelliert nun ans Land, „die künftigen Verordnungen vorher mit den Kommunen abzustimmen und nicht die Schulen mit den fehlenden Ressourcen alleinzulassen“.

Die Dezernentin will in dieser Woche versuchen, mit den Trägern Lösungen zu finden, die eine Notbetreuung auch am Nachmittag sicherstellen. Die Probleme sollten nicht „auf dem Rücken der Beschäftigten oder der Eltern und Kinder ausgetragen werden“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare