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Hinter diesem Gebäude an der Wilhelmshöher Straße 106 wird gebaut.

Seckbach

Ärger über geplante „Wilhelmshöfe“ in Seckbach

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Zu hohe Neubauten, überzogene Preise: Anwohner kritisieren das geplante Bauprojekt die „Wilhelmshöfe“.

Anwohner des umstrittenen Neubauprojekts „Wilhelmshöfe“ an der Wilhelmshöher Straße 106 haben sich mit Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) getroffen, um ihren Ärger über die Baustelle Luft zu machen. Dort haben die Bauherren „Fischer Smits & Coll“ die abschüssige Fläche zwischen Wilhelmshöher Straße und Zeuläckerstraße erworben, um darauf drei Gebäude mit insgesamt 31 Eigentumswohnungen zu errichten. Das Vorderhaus zur Wilhelmshöher Straße bleibt bestehen und wird umgebaut.

Laut einer Anwohnerin hätten die Arbeiter dahinter nichts entkernt, sondern „alles einfach so einstürzen lassen“, ungeachtet umherfliegender Glaswollfasern. Geschäftsführerin Juliane Fischer räumt auf Anfrage der FR ein, dass „einiges an Staub“ auf die Nachbargrundstücke gelangt sei. Der Zeitpunkt des Abrisses der Gebäudeteile auf dem Grundstück bei über 36 Grad sei ungünstig gewesen. Trotzdem habe man sich an ein Abrisskonzept gehalten, der Abbruch sei „entsprechend der Vorgaben bewässert worden, um Staub zu vermeiden“. Dass ein Stück Putz eines Nachbarhauses herausgebrochen ist, sei bekannt, man wolle den Schaden „beheben“.

Einige Nachbarn wollen dennoch Klage einreichen. Sie sind sich sicher, dass das Bauprojekt fälschlich genehmigt und nicht auf die Erhaltungssatzung geprüft wurde. Die Satzung besagt, dass sich Neubauten optisch an Bestandsbauten orientieren müssen und Ausnahmen nicht herangezogen werden dürfen.

So sollen die neuen Häuser auf dem Areal zwischen Wilhelmshöher Straße und Zeuläckerstraße einmal aussehen.

Anwohner vermuten, dass die Bauherren eine größere Wohnfläche erzielen wollen, weil sie Mansarden- statt Satteldächer bauen. Auch die geplante Gebäudehöhe ginge nicht mit der Erhaltungssatzung konform. Sie sei höher vorgesehen, als die der Umgebung. „Die Verdichtung ist unverhältnismäßig. Die Haushalte und Personenzahl in den Neubauten sind dreimal so hoch wie in den umliegenden Einfamilienhäusern.“

Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) sagte, er habe das Bauamt kontaktiert, dort gehe man von einer ordnungsgemäßen Genehmigung der „Wilhelmshöfe“ aus. Mark Gellert, Sprecher des Dezernats Planen und Wohnen, versicherte, trotz Ermessensspielraum würde die Bauaufsicht die Einhaltung der Satzung sorgfältig prüfen. „Aber jeder der Zweifel hat, kann eine Prüfung beantragen und Klage einreichen.“

Insgesamt sorgen sich die Nachbarn auch, dass die neuen Wohnungen so hochpreisig angeboten werden, dass umliegende Mieten steigen. Gut 100 Quadratmeter stehen laut Fischer derzeit für knapp 650 000 Euro zum Verkauf.

„Ich bin Politikerin auf Bundesebene, ich kann hier keine Entscheidungen fällen“, machte Ulli Nissen deutlich. „Viele brauchen Wohnraum.“ Trotzdem zeigte sie Verständnis für den Groll der Anwohner. Nissen empfahl ihnen, sich an den Ortsbeirat mit der Bitte zu wenden, die Bauherren in die Sitzung einzuladen. „Dann wissen sie, dass sie unter Beobachtung stehen.“

Viele Anwesende sorgten sich auch um die Sicherheit der Grundschüler, die entlang der Zeuläckerstraße zur Zentgrafenschule laufen. Die schmale Ausfahrt in Höhe der Hausnummern 8 und 10 der Zeuläckerstraße dient als Zufahrt sämtlicher Baufahrzeuge. „Versuchen Sie auf jeden Fall für die Bauphase eine Schulwegsicherung zu erwirken“, riet Nissen.

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