Frankfurt

Ärger über abgemähte Stockrosen

Bornheim FES steht nach angeordnetem Kahlschlag an der Wehrheimer Straße in der Kritik

Für eine Bornheimer FR-Leserin ist es schlichtweg ein „blindwütiges Massaker“. Dass die Stockrosen, die bis vor kurzem auf dem Bürgersteig an der Wehrheimer-/Ecke Usinger Straße wuchsen, radikal abgesäbelt wurden, kann sie nicht nachvollziehen. Die Blumen hätten das Straßenbild bereichert und im Sommer die Anwohner und Passanten mit ihrer Blütenpracht erfreut, sagt sie. Sie ist sauer, weil der Mitarbeiter der Straßenreinigung „keine Pflanzen kennt, sondern nur seine Aufgabe.“ Die Stockrosen wüchsen dort bereits seit fünf Jahren und hätten keinen gestört. Platz für Fußgänger und Kinderwagen habe es ausreichend gegeben.

Die FES sieht das ganze nüchtern. Sie habe von der Stadt den Auftrag erhalten, den Bewuchs von Verkehrsflächen des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE) zu beseitigen, „damit die Verkehrssicherheit gewährleistet ist“, teilt FES-Mitarbeiter Stefan Röttele mit. „Dabei wird nicht zwischen Unkraut und Blumen unterschieden.“ Zudem sieht er ein Definitionsproblem: „Ist ein Löwenzahn eine Blume oder Unkraut? Und ist er nur dann eine Blume, wenn er blüht?“ Dem Straßenreiniger, der die Stockrosen abmähte, sei daher kein Vorwurf zu machen.

Letztlich haftet unter Umständen die Kommune, wenn ein Schadensfall eintrete, der durch Pflanzen auf dem Gehweg verursacht wurde, sagt Röttele. Bei Grün, das aus einem Grundstück herauswachse beziehungsweise überhänge, werde das ASE informiert, um den Grundstücksbesitzer zum Rückschnitt aufzufordern. Dementprechend erreichten die FES in der Regel eher Beschwerden „über das Nicht-Beseitigen von Bewuchs“.

Dass Stockrosen sich nicht nur in Beeten tummeln, ist auch dem Grünflächenamt bekannt. Die Pflanze gedeihe oft in schmalen Lücken zwischen Pflasterbelag und angrenzenden Mauern von Gebäuden, sagt Felix Reischmann von der Behörde. „Für die trockenheitsresistenten Pflanzen ist das kein Problem.“ Zuständig ist das Amt dort aber nicht. Das kümmert sich um das Grün in den Parks inklusive der Spielplätze, den Friedhöfen, im Forst und ist zuständig für die Pflege der Straßenbäume und die sogenannten Baumscheiben.

Teilweise werde die Pflege von Paten übernommen, erläutert Reischmann. Die Privatpersonen sorgten sich um das Grün unter Bäumen oder in Blumenkübeln. „Stockrosen in einer Baumscheibe werden bei so einer abgeschlossenen Patenschaft dann auch nicht abgemäht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare