Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Campus der Frankfurt University. Foto: Monika Müller
+
Campus der Frankfurt University.

Frankfurt University

Ärger über Abgabefristen an Frankfurt University

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
    schließen

Senat der Hochschule verweigert pauschale Verlängerung für alle Studierenden. In den beiden Pandemiesemestern zuvor gab es die erweiterten Fristen für alle noch.

Angélique Politz ist sauer. Die Studentin der Frankfurt University of Applied Sciences hat die jüngste Sitzung des Senats der Hochschule besucht, am 16. Juni. So wie rund 70 andere Studierende hat sie sich virtuell zugeschaltet. Auf der Tagesordnung ein bedeutsamer Punkt: eine pauschale Verlängerung der Abgabefristen für Studienleistungen. Das hat der Senat mehrheitlich abgelehnt.

„Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“, findet Politz. Und nicht nur sie. Die Bunte Liste, eine der Gruppen, die studentische Interessen vertreten, meldet sich dazu per Pressemitteilung. In den beiden ersten Semester unter Corona hatte es eine Verlängerung der Fristen für alle gegeben. Im dritten Pandemiesemester nun nicht mehr. Dabei sei die „Situation der Studierenden aufgrund der Auswirkungen der Pandemie weiterhin hoch prekär“.

Die Jobs seien rar, Studierende litten finanzielle Not, manche zögen zurück ins Elternhaus. Andere seien selber Eltern, hätten zu allen Sorgen noch ein Kind zu betreuen. „Ich gehöre zu dieser Minderheit von 7,9 Prozent der Studierenden“, sagt Politz gequält. Die Arbeit fürs Studium sei in der Pandemie keineswegs weniger geworden, führt die Bunte Liste aus. Eher müssten die Studierenden mehr Leistungen erbringen, zumindest geben das laut einer Studie rund 73 der befragten Studierenden an.

Abgeschafft ist die Möglichkeit zur Fristverlängerung allerdings nicht, sagt Nicola Veith, Sprecherin der Frankfurt University. Es gibt nur keine pauschale Verlängerung aller schriftlichen Prüfungsarbeiten um 50 Prozent der Bearbeitungszeit.

Diese, zum Beispiel siebeneinhalb statt fünf Monate für eine Abschlussarbeit, hätten zu Problemen im Prüfungsablauf geführt – und damit zu Nachteilen für einen Großteil der Studierenden. Die seien dadurch am Ende in Zeitnot geraten. „Manche konnten ihr Studium oder Semester nicht abschließen, Kolloquien wurden abgesagt, bei den an den Studienabschluss geknüpften Arbeitsverträgen kam es zu Problemen.“

Für das Sommersemester 2021 ist nun ein individueller Antrag beim Prüfungsausschuss nötig, der in den Einzelfällen entscheidet. Die Bunte Liste rechnet mit vielen Anträgen und entsprechend langen Bearbeitungszeiten, das bedeute zusätzliche Unsicherheit und emotionale Belastung. Außerdem müssten die Antragsteller dann ihr komplettes Privatleben dem jeweiligen Prüfungsausschuss offen legen.

Lange Bearbeitungszeiten seien nicht üblich, sagt Nicola Veith dazu. Es könne wegen personeller Besetzung zu Verzögerungen gekommen sein. Doch: „Im Regelfall sind schnelle Antwortzeiten von wenigen Tagen vorgesehen.“ Das Privatleben würde nicht komplett ausgeleuchtet, eine Begründung, warum die Abgabe verlängert werden sollte, müsse aber schon enthalten sein.

Einen Freiversuch für Prüfungen hätte sich die Bunte Liste ebenfalls für die von Corona geplagten Studierenden gewünscht. Den gebe es auch, sagt Hochschulsprecherin Veith. Das bedeute aber nicht, dass alle Prüfungen beliebig oft zu wiederholen seien. Nur wenn Studierende ihren dritten oder letzten Versuch einer modulabschließenden Prüfung nicht bestehen, gilt das als nicht angetreten.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Verordnung in Abstimmung mit allen hessischen Hochschulen und Unis erarbeitet. Sie gilt für das Wintersemester 2020/21, für das Sommersemester 2021 und auf Antrag fürs Sommersemester 2020. „Als Frankfurt UAS einen Alleingang umzusetzen, wäre wenig sinnvoll“, findet Veith.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare