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Er kam nicht weit: Wolfgang Hübner, Fraktionschef der Freien Wähler, beim Trauermarsch am Samstag.
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Er kam nicht weit: Wolfgang Hübner, Fraktionschef der Freien Wähler, beim Trauermarsch am Samstag.

Freie Wähler

Ärger bei den Freien Wählern

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Freien Wähler werfen ihrem Fraktionschef im Römer, Wolfgang Hübner, Rechtspopulismus vor.

Rainer Drephal wählt harte Worte: Wolfgang Hübner, der Fraktionschef der Freien Wähler, „schlachtet die fürchterlichen Ereignisse in Paris aus – und das ist einfach nur widerlich“. Hübner, der am Wochenende zu einem Trauermarsch für die Opfer der Anschläge eingeladen hatte, sei ein „Rechtspopulist“, von dem man sich fernhalten müsse.

Drephals Problem: Viele halten ihn und Wolfgang Hübner für Freunde, zumindest für Parteifreunde. Denn Rainer Drephal ist Schatzmeister in der Kreisgeschäftsstelle der Freien Wähler Frankfurt. Der Verdacht liegt nahe, dass Wolfgang Hübner als Fraktionsvorsitzender sein politisches Sprachrohr im Römer ist.

Doch weit gefehlt, denn die Struktur bei den Freien Wählern ist komplizierter als bei anderen Parteien. Wolfgang Hübner gehört dem Verein der Freien Wähler an. Er wurde 1994 mit dem Zusatz BFF (Bürger für Frankfurt) gegründet und stellt seitdem die Listen der Freien Wähler für die Kommunalwahl auf.

Von Pegida distanziert

Aus diesem Verein ist Rainer Drephal ausgetreten, um sich von „Hübners Truppe“ – wie er die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung nennt –, zu distanzieren. Sein Mandat im Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) hat er zwar behalten. Er sitzt aber als Fraktionsloser in dem Gremium.

Aktiv ist Rainer Drephal in der Partei der Freien Wähler. Diese wurde 2008 gegründet, um die Teilnahme an Landtagswahlen zu ermöglichen. Anders als bei Kommunalwahlen können Vereine dabei keine Kandidaten stellen. Wolfgang Hübner ist in der Partei nicht Mitglied.

In den vergangenen Tagen hat Drephal viel lesen müssen über die Freien Wähler in Frankfurt. Nicht nur über den Trauermarsch, sondern auch über das unverhohlene Werben von Wolfgang Hübner für die Pegida-Demonstrationen in Dresden. Fast immer verzichteten die Medien auf eine Differenzierung zwischen Partei auf der einen und Verein/Römer-Fraktion auf der anderen Seite. So sei der Eindruck entstanden, bei ihm und seinen Parteifreunden handle es sich um Rechtspopulisten, sagt Drephal. Dabei habe sich die Partei der Freien Wähler bereits vor Wochen von Pegida distanziert.

Zuspitzen könnte sich der Konflikt um die doppelten Freien Wähler bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr. Drephals Partei will ebenso antreten wie Hübners Verein. Für Drephal steht fest: „Hübner und seine Leute müssen sich umbenennen.“ Zwar gebe es den Verein schon länger als die Partei. Aber Gerichte hätten entschieden, dass „Parteien Vorrang vor Vereinen“ hätten. „Zur Not muss das der Wahlleiter entscheiden“, sagt Drephal.

Ob sich die Fraktion der Freien Wähler einen neuen Namen geben wird, ließ sich am Montag nicht klären. Wolfgang Hübner war nicht zu erreichen.

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