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Die Spielfreude ist getrübt, seit um 20 Uhr Schluss ist.
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Die Spielfreude ist getrübt, seit um 20 Uhr Schluss ist.

Rödelheim

Ärger im Brentanobad

  • Miriam Keilbach
    VonMiriam Keilbach
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Beachvolleyballer müssen nun früher gehen, weil Einzelne unerlaubt im Brentanobad badeten. In den letzten Jahren war das Spiel bis 21 Uhr erlaubt. Nun ist Schluss.

Es war gegen halb neun am Mittwochabend, als Wilhelm Doblers Volleyballteam Ärger bekam. Das Bad schließe um acht und man müsse ja nicht provozieren, sagte ein Angestellter des Brentanobads. „In den vergangenen Jahren haben wir immer bis 21, 22 Uhr gespielt. Noch vor drei Wochen war das so“, sagt Dobler, dessen Team ins Bad auswich, weil die Sporthalle wegen der Sommerferien geschlossen ist.

Schwimmbereich und Sportfelder sind im Brentanobad durch eine Mauer und ein Tor getrennt, die Sportler nutzten das Drehkreuz am Seitenausgang, um die Anlage zu verlassen. „Das war nie ein Problem“, sagt Dobler.

Seit der Wiedereröffnung des Bades vor rund zehn Jahren wird der Sportbereich auch über die Schließung des Bades hinaus genutzt. Sebastian Koch ist Mitglied der Facebook-Gruppe Beachvolleyball Frankfurt, nahezu täglich spielen einige der 168 Gruppenmitglieder abends in Rödelheim. „Auf die Frage, warum wir nun eher gehen müssen, kam keine Antwort“, sagt Koch. Am 21. Juli wären er und sein Team plötzlich von drei Sicherheitsmänner weggeschickt worden. Als sich eine andere Gruppe – ebenfalls langjährige Spieler – weigerte, seien ihnen Hausverbot und die Abnahme des Balles angedroht worden. „Das ist keine Art zwischen Erwachsenen.“ Erst als der Schichtleiter Benjamin Winter hinzu kam, soll sich der Ton geändert haben.

Verschwitzte Sportler im Bad

Sebastian Koch wandte sich daraufhin in einem offenen Brief an die Stadt und die Bäderbetriebe Frankfurt (BBF). „Nur weil wir bis 21 Uhr spielen können, kommen wir überhaupt ins Brentanobad“, heißt es darin, „zudem sind die Plätze bei der aktuellen Hitze bis 19 Uhr nur unangenehm zu bespielen.“

Auf die Mail hin hörten die Volleyballer auch zum ersten Mal von den Gründen für die neue Regelung. „Leider kletterten die verschwitzten Sportler des Öfteren nach dem Beachvolleyball zur Abkühlung über die dortige Abtrennung“, schreibt der Marketingleiter der BBF, Alex Mitschke. Gegenüber der FR bestätigt Mitschke: „Einzelne sind über das Tor geklettert und haben sich den Sand am Schwimmbecken abgewischt – unser Reinigungspersonal hat das gesehen. Da gilt: Wer nicht hören will, muss fühlen.“

Fehler in Sachen Kommunikation mit den Stammgästen sieht er nicht: „Wir wollten ein kulanter Dienstleister sein. Wir müssen nicht ankündigen, dass die Leute jetzt nichts mehr geschenkt bekommen.“ Dennoch wolle er sich um eine Einigung bemühen.

Die Volleyballer wissen, wer aus ihren Reihen ins Bad kletterte. „Der hat sich nichts dabei gedacht“, sagt Koch. „Das ist natürlich falsch gewesen.“ Die Gruppe wolle in Zukunft Leute aufhalten, die eine ähnliche Idee hätten.

Dennoch: Die Sportler suchen nun Alternativen. „Wir überlegen, es sein zu lassen“, sagt Dobler, „viele Alternativen gibt es in Frankfurt ja nicht.“ Die Gruppe um Sebastian Koch überlegt, zur TGS Rödelheim auszuweichen. „Ich fahre eine halbe Stunde zum Bad, für ein, zwei Stunden lohnt sich das nicht“, sagt Thomas Heer. Er findet deutliche Worte: „Die Situation ist eine Katastrophe. Wir sind Kunden und werden wie Bittsteller behandelt.“ Das Brentanobad reagierte gestern, inzwischen weisen Dutzende grüne Plakate mit je 20 Ausrufezeichen das neue Spielende um 20 Uhr aus.

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