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Malea. Sie bescherte Frankfurt vier Tigerbabys.

Zoo Frankfurt

Adieu, schönste Tigerin von Frankfurt

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Der Frankfurter Zoo trauert um seine Großkatze Malea. Ihr erstes Tigerbaby sorgte 2010 in der Stadt für eine ganz besondere Sensation.

Vor wenigen Tagen erfuhren wir noch, wie sehr die Zoobesucher jetzt den Tieren fehlen. Ob auch Malea, die Tigerdame, ihre Fans vermisste? Wer weiß das schon. Fest steht: Sie musste ihre letzten Lebenswochen ohne das Publikum verbringen. Schon am vorigen Mittwoch wurde sie eingeschläfert, wie der Zoo am Montag mitteilte. Malea lebte 19 Jahre, ein stolzes Alter, selbst für Sumatra-Tiger in Gefangenschaft.

Wer häufig in den Zoo geht, konnte nicht umhin, die Grazie dieser Katze zu bewundern. Wenn Malea ihre Runden in der Außenanlage drehte; wenn sie einen Baumstamm erklomm, der diagonal in die erste Etage ihres Geheges führte; oder wenn sie Iban, ihrem Gefährten, einen angedeuteten Prankenhieb versetzte, begleitet vom Lass-mich-in-Ruhe-Fauchen: Schöner bewegte sich an diesem Ort kein Tier.

Fast zehn Jahre ist es her, dass Malea dem Zoo die größte Attraktion bescherte: Sie gebar Nachwuchs, Frankfurts erstes Tigerbaby seit einem Vierteljahrhundert. Daseep, wie das Kleine getauft wurde, musste mit der Flasche aufgezogen werden, weil Malea ihrer Mutterrolle noch nicht gewachsen war. Wochenlang standen die Menschen Schlange, um das Kleine zu sehen. Bei den nächsten Würfen machte es die Tigerin besser. Gemeinsam mit Iban brachte sie noch drei Junge zur Welt, bis der Kater 2014 starb. Dass es mit Ibans Nachfolger Vanni nicht passte, war bald klar.

Malea, in Berlin geboren, war seit 2004 Frankfurterin. Vorige Woche erkrankte sie nach Zoo-Angaben akut, ging schwankend und erbrach sich mehrfach. Wegen ihres Alters und der schlechten Prognose habe man sich „schweren Herzens dafür entschieden, dem Tier weiteres Leiden zu ersparen“, teilte der Zoo mit. Die Todesursache ermittele das Landeslabor in Gießen. Die Symptome deuteten auf Nierenversagen oder Schlaganfall hin.

„Es ist immer sehr traurig und auch ein großer Verlust, ein so charismatisches Tier wie Malea einschläfern zu müssen“, sagte Zoodirektor Miguel Casares. Doch gehöre es zum Alltag im Zoo, die Tiere von der Geburt bis zum Tod zu begleiten.

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