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Thomas Tuma vom ADAC erklärt den Jugendlichen wie sehr sich der Bremsweg vergrößert, wenn ein Auto schneller als 30 Kilometer pro Stunde fährt.

Verkehr in Frankfurt

Gefahr auf dem Schulweg

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Ein Pilotprojekt der Frankfurter Polizei soll Jugendlichen die Risiken des Straßenverkehrs verdeutlichen. Um das Gelernte nicht gleich wieder zu vergessen, sollen die Schüler auch praktische Erfahrungen sammeln.

Der Fahrer des grauen Opels tritt auf die Bremse, die Reifen quietschen. Der Pylon, der auf der Fahrbahn stand, wird weggeschleudert. Erst Meter später steht das Fahrzeug endlich. Thomas Tuma steigt aus der Fahrertür aus, die Jugendlichen um ihn herum schauen ihn an. „Obwohl wir die Geschwindigkeit nicht mal verdoppelt haben, hat sich der Bremsweg verdreifacht“, sagt der Verkehrspädagoge des ADAC. Was in diesem Fall die Pylone war, könnten in einer echten Situation auf der Straße die Schüler selbst sein. Genau deswegen sollen sie für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden.

Dass die Sorge nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen zwei schwere Verkehrsunfälle nahe der Ludwig-Börne-Schule aus dem Jahr 2017. In beiden Fällen wurden Jugendliche der Haupt- und Realschule verletzt – wie die Ermittlungen zeigten, waren beide beim Überqueren der Straße unachtsam. Die Schule wandte sich hilfesuchend an die Polizei, die daraufhin ein Pilotprojekt zur Gefahrensensibilisierung von Schülern weiterführender Schulen ins Leben rief. Dabei soll auf die Risiken im Straßenverkehr und speziell auf dem Schulweg aufmerksam gemacht werden.

„Wir richten uns dabei an die achten Klassen“, sagt Polizeihauptkommissar Thomas Gohla. Die dann oft 14-jährigen Jugendlichen seien eine geeignete Zielgruppe, die bisher nicht mit Projekten abgedeckt sei. Und: 14- bis 17-Jährige sind in Frankfurt überproportional häufig an Unfallgeschehnissen beteiligt. Zudem seien die Jugendlichen die zukünftigen Autofahrer und dadurch ebenfalls prädestiniert.

„Die Vermittlung soll nicht über den erhobenen Zeigefinger erfolgen“, sagt Gohla. Vielmehr gehe es um die Erzeugung eines persönlichen Bezugs und darum, die Schüler manche Situation selbst erfahren zu lassen. So wie der Versuch mit dem Opel an der Ludwig-Börne-Schule. Die Schüler durften auch im Auto mitfahren und eine Gefahrenbremsung erleben. Das angebotene Modul „Geschwindigkeit“ des ADAC ist dabei nur eines von mehreren, die zur Auswahl stehen.

Zum Auftakt des Projekts erfolgt an der jeweiligen Schule eine allgemeine Gefahrensensibilisierung, zudem betrachtet die Polizei die Unfalllage rund um die Schule und gibt einen Fragebogen an die Schüler aus. Am Ende stehen eine Ortsbegehung mit dem Straßenverkehrsamt, um eventuelle Gefahrenstellen zu entschärfen. Neben der Börne-Schule sind die Georg-August-Zinn-Schule, die Otto-Hahn-Schule und das Wöhlergymnasium dabei.

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