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Mit Blick auf die Frankfurter Skyline soll im Norden der Stadt ein neuer Stadtteil entstehen (Archivbild).

Neuer Stadtteil im Norden

Fachleute sollen Streit um neuen Stadtteil entspannen

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Acht Berater sollen die Entwicklung des neuen Stadtteils im Frankfurter Norden vorantreiben. Es geht um Ökologie, Architektur und Mobilität.

Acht renommierte Stadt- und Verkehrsplaner aus Deutschland und Österreich beraten die Kommune künftig bei der Entwicklung des neuen Siedlungsschwerpunktes im Frankfurter Norden. Dieses „Consilium Frankfurt Nord-West“ hat sich jetzt zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) will regelmäßig im Römer-Planungsausschuss über die Ergebnisse der Fachleute berichten. Das kündigte er am Montagabend vor den Stadtverordneten im Ausschuss an.

Josef ist erkennbar bestrebt, die heftige politische Auseinandersetzung um den neuen Stadtteil beidseits der A5 zu entspannen. Der Stadtrat sagte zu, dass die Empfehlungen des Consiliums mit Vertretern der Nachbarkommunen und der Ortsbeiräte 7 und 8 erörtert werden sollen. Außerdem ist einmal im Jahr eine öffentliche Veranstaltung geplant, bei der die Arbeit des Beirates präsentiert werden soll. Die Fachleute geben Empfehlungen zu den Fragen von Architektur und Städtebau, Mobilität, Freiraum, Landschaftsplanung und Ökologie.

Mike Josef hofft auf Entspannung durch Expertenrat

Die Experten sollen zudem diskutieren, wie die Menschen an der Entwicklung des neuen Stadtteils beteiligt werden können. Und ihre Aufgabe ist die „Sicherung qualitätsvoller Bau- und Planungskultur“.

Die Fachleute können viel Erfahrung aus anderen Städten beisteuern. Im Einzelnen wurden berufen: die Raumplanerin Frauke Burgdorff, der Stadtplaner Ulli Hellweg, ehemaliger Geschäftsführer der IBA Hamburg, der Verkehrsplaner Burkhard Horn, früher Leiter der Abteilung Verkehr beim Berliner Senat. Außerdem sind dabei: Hilmar von Lojewski, Beigeordneter des Deutschen Städtetages für Stadtentwicklung, Wohnen, Bauen und Verkehr, Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien, die Landschaftsplanerin Antje Stokman, die Stadtmanagerin Silke Weidner und Oliver Weigel, früherer Leiter der Stadtentwicklung Leipzig.

Vorbild: Öffnung des Mainufers in den 90ern

Bereits in den frühen 90er Jahren, als es um die Öffnung der Mainufer für die Menschen und den Wohnungsbau am Fluss ging, hatte die Stadt Frankfurt ein Consilium internationaler Fachleute berufen, damals unter dem Motto „Stadtraum Main“. Von dessen Ratschlägen profitieren die Menschen noch heute, denn ehemals unzugängliche Uferzonen wurden bald für die Allgemeinheit betretbar.

Gegenwärtig laufen die vorbereitenden Untersuchungen für den neuen Stadtteil beidseits der Autobahn 5, der einmal 30 000 Menschen beherbergen soll.

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