Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Achim Kessler ist Bundestags-Direktkandidat der Linken. Monika Müller
+
Achim Kessler ist Bundestags-Direktkandidat der Linken. Monika Müller

PORTRAIT ZUR BUNDESTAGSWAHL

Achim Kessler (Linke): Kämpfer für die Gesundheit aller

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
    schließen

Achim Kessler ist gesundheitspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion im Bundestag und hat in der Pandemie viel zu tun. Im Frankfurter Wahlkreis 183 kandidiert er als Direktkandidat.

Die Sonne knallt unerbittlich an diesem Tag auf den Asphalt im Nordend, auch der rote Sonnenschirm am Wahlstand von Achim Kessler bietet nur wenig Schutz. Der Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 183 gerät ins Schwitzen. „Und ich bin auch noch ganz in Schwarz angezogen“, sagt er und lacht. Die schwarze Jeans, das schwarze T-Shirt, sie sind schnell vergessen, als sein Handy klingelt. „Protestbrief. … Schäuble … heute auf den Weg bringen …“, spricht er energisch ins Telefon. Nicht nur die Sonne bringt ins Schwitzen.

Achim Kessler ist schwer beschäftigt. Er ist seit 2017 Bundestagsabgeordneter und gesundheitspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion. Und das in einer Pandemie. „Das ist schon anspruchsvoll, eine ganz neue Situation“, sagt der 57-Jährige. „Entscheidungen müssen innerhalb kurzer Zeit getroffen werden, es geht ja um Leben und Tod.“ Und so jagt seit eineinhalb Jahren eine Sitzung des Gesundheitsausschusses die nächste.

Auch an diesem Morgen gab es eine. Kessler ärgert sich, dass die Regierungsparteien eine Vorlage erst kurz davor an die Opposition gegeben haben. „Zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes bekommt man da ein paar Stunden vorher was“, regt sich Kessler auf. Klar, alles müsse schnell gehen, aber man müsse auch Fachleute anhören können. Deshalb der Protestbrief, über den er so energisch am Telefon sprach.

Lieblinge

Lieblingsort im Wahlkreis : Ostpark

Lieblingspolitiker:in aus einer anderen Partei : Regine Hildebrandt (SPD)

Andere Lieblinge: Patti Smith (Musikerin)
Helene Weigel (Schauspielerin)
Klaus Mann (Autor)

Politisch sei er schon immer gewesen, sagt Kessler. Geboren und aufgewachsen im Schwarzwald, zum Studieren – Geschichte und Germanistik – geht es nach Marburg. Schulsprecher und Asta-Vorstand? Na klar. „Ich hab immer das Gefühl gehabt, ich muss was machen.“ Für die Klasse engagieren, gegen das Waldsterben kämpfen, sich für Frieden einsetzen. 2001 tritt er in die PDS ein, die sich später mit der WASG zur Linken vereinigt.

Nach Frankfurt verschlägt es ihn gemeinsam mit seinem Mann 1998 aus familiären Gründen. „Und hier will ich nicht mehr weg.“ Als Bundestagsabgeordneter ist er das aber immer wieder. Halb in Frankfurt, halb in Berlin lebt er schließlich seit vier Jahren.

Den Gesundheitsausschuss hat er sich ausgesucht, weil „mein politischer Impuls die soziale Ungerechtigkeit ist“. Dass etwa arme Frauen fünf und arme Männer neun Jahre früher sterben. „Weil es ungleiche Lebens -und Umweltbedingungen gibt“, sagt Kessler. „Ob ich in der Fleischfabrik oder in der Chefetage arbeite, beeinflusst die Chance, lange gesund zu leben.“ Das dürfe so nicht bleiben.

Er selbst hat auch schon in Fabriken gearbeitet. Neben der Schule, neben dem Studium. In Frankfurt ist er dann für die PDS-Fraktion im Römer tätig. Von Anfang an ist er Mitglied des hessischen Landesvorstands der Linken und deren Pressesprecher. Und er wird 2006 für eine Wahlperiode ehrenamtliches Frankfurter Magistratsmitglied. „Zur ersten Sitzung kam ich fünf Minuten zu spät – da war sie schon vorbei“, erzählt er. Er lacht. „Das war beim nächsten Mal nicht so.“ Er kommt pünktlich „und ich hab‘ dafür gesorgt, dass diskutiert wird“. Über dreistellige Millionenbeiträge für den Innenstadtbau etwa.

Im Nordend kämpft er an diesem Tag auf der Straße für seine Direktwahl in den Bundestag. Vor vier Jahren kam er auf Platz 2 der Landesliste rein. Einen Listenplatz hat er dieses Mal nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare