Die Zuhörer lauschen Vorleserin Bärbel Schwerdtfeger.
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Die Zuhörer lauschen Vorleserin Bärbel Schwerdtfeger.

Sachsenhausen

Abtauchen in die Welt der Bücher

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Das Motto des diesjährigen "Lesezaubers" in der Sachsenhäuser Stadtteilbibliothek ist "Abgetaucht". Passend dazu gibt es für die Kinder Geschichten aus den Tiefen des Meeres. Außerdem können sie kreativ werden.

Mit großen Augen und gespannten Mienen wird Bärbel Schwerdtfeger am Dienstagnachmittag angeschaut, als sie aus dem Buch „Lilli und Flosse“ vorliest. Die Mitarbeiterin der Sachsenhäuser Stadtteilbücherei hat das Werk passend zum Motto des diesjährigen Lesezaubers „Abgetaucht“ herausgesucht – einer stadtweiten Aktion der Stadtbücherei und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.

Im Veranstaltungsraum der Bibliothek an der Hedderichstraße haben es sich Mädchen und Jungen des Schülerhorts „Monster AG“ auf dem roten Teppichboden bequem gemacht. Vor dem Raum hängt ein Schild an der Tür mit aufgemalten Fischen: „Bin gerade abgetaucht. Bitte nicht stören“. Hinter der Tür lauschen die Fünf- bis Neunjährigen gespannt, wie Autorin Cornelia Funke ihre Welt unter Wasser von „Herrn und Frau Schnorchel“ beschreibt.

Immer wieder zeigt Vorleserin Schwerdtfeger den Kindern Illustrationen aus dem Buch. Auf einer bunten Zeichnung über zwei Seiten erstreckt sich ein Aquarium. „Da ist ein Lampenfisch zu sehen, der von sich heraus leuchtet“, sagt Schwerdtfeger“, und zeigt auf ein Flossentier mit einem Leuchtorgan. „Die gibt es wirklich, auch wenn sie eigentlich nicht so aussehen“.

Sebastian Freiling vom Monster AG-Hort freut sich über das „super Angebot“. Die vielen Schmöker in der Bibliothek würden Kinder manchmal überfordern. „Da ist es schön, dass ihnen Bücher auch gezielt vorgestellt werden“, so der 33-Jährige. Auch das diesjährige Motto gefällt ihm, weil „viele Kinder in den Ferien am Meer waren“.

Wie auch die sechsjährige Emma, die nach der Lesestunde mit ihren Hortkameraden Fische bastelt. „Ich war in Frankreich und habe mit meinem Opa geangelt“, berichtet sie, während sie ihrem Fisch Schuppen verpasst. Ihre Basteleien sind, wie alle selbst gestalteten Gemälde und Kunstwerke rund um das Motto, die Eintrittskarte für die Kinder zum Abschlussfest des Lesezaubers. In fast allen Stadtteilbüchereien wird es ein Fest mit Aufführung eines Kindertheaters geben.

Die Fische von Emma und den anderen Hortkindern werden später an Bindfäden in ein Aquarium aus Karton gehängt, das von Bibliotheksmitarbeiterin gestaltet und neben dem „Lesezauber“-Regal aufgestellt wurde. Darin sind viele Bücher rund um das Thema Ozeane zu finden.

Viele der neuen Bücher hat die Stiftung der Frankfurter Sparkasse finanziert, die den Lesezauber seit 28 Jahren mit der Stadtbücherei veranstaltet. „Das große Ziel dieser Aktion ist die Leseförderung“, sagt Bärbel Schwerdtfeger. „Weil auch viele kleinere Kinder dabei sind, ist auch das Vorlesen zentraler Bestandteil der Aktion.“ Entweder würden den Kindern in Gruppen Geschichten in der Bücherei vorgetragen oder angeregt, ausgeliehene Bücher zu Hause von den Eltern oder Großeltern vorlesen zu lassen.

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