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Baum trifft Bart. Amors Pfeil kann überall die Frankfurter treffen.

Umfragen zu Frankfurt

Absurde Frankfurt-Rankings

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Das Jahr 2018 im Zeichen absurder Rankings, die in der FR-Redaktion so eingetrudelt sind. Es gibt Umfragen zu Diesel-Fahrzeugen und Orten mit Flirtpotenzial in Frankfurt.

Am 20. Februar erreicht eine Umfrage zu Diesel-Fahrzeugen die Redaktion. In Frankfurt sei der Anteil von Diesel-Fahrzeugen mit 43 Prozent am höchsten. Der Absender hat eine vertrauenerweckende Mailadresse der Domäne @abcd.agency. Kopfschüttelnd legt der Redakteur einen Outlook-Unterordner für „Wirre Rankings“ an.

Schon am darauffolgenden Tag erhält der Ordner neues Futter. Der Betten-Dichte-Index fördert zutage: „Frankfurt gehen die Schlafplätze aus“ Auf 100 000 Gäste kämen nur 949 Betten. Leipzig hat sieben mehr. „Duisburg hat die höchste Dichte an Hotels pro Besucher“. Aha.

Im März setzt die Dating-App Jaumo neue Maßstäbe in Sachen Unsinnigkeit von Umfragen. „Die Bahnhöfe haben das größte Flirtpotenzial“, heißt es vollmundig. Der Frankfurter Hauptbahnhof „erflirtet“ sich Rang drei. Klarer Fall, wem wird es bei einem Gang durch den Hauptbahnhof nicht amourös?

Jaumo legt im Laufe des Jahres mehrmals nach. In Frankfurts Freibädern wird weniger geflirtet als im Rest der Republik, bei den Flughäfen schafft es Rhein-Main bundesweit immerhin auf Platz 5. Am liebsten flirten Frankfurter aber scheinbar auf dem Weihnachtsmarkt, denn der schafft es laut Jaumo bundesweit auf Platz drei. Wie diese Rangliste zustande kommt, ist übrigens hanebüchen und völlig uninteressant, liebe Leserinnen und Leser.

Wachgerüttelt wird der Redakteur Ende August. „Für diese Geschlechtskrankheiten interessieren sich die Deutschen am meisten.“ Das Telemedizin-Portal Fernarzt erfrischt dabei mit dem Satz: „Auf Platz fünf der meistgesuchten Geschlechtskrankheiten liegen Genitalwarzen mit einem Anteil von 12 Prozent.“ Und weiter: „Sind Warzen vor allem in München, Frankfurt und Hannover ein überdurchschnittlich wichtiges Thema, liegen Berlin beim Thema Syphilis und Stuttgart beim Tripper vorne.“

Im Laufe des Jahres trudeln weitere sinnfreie Umfragen ein, die wir Ihnen, liebe Leser, aus Dankbarkeit alle vorenthalten haben: die weltweiten Preise chemischer Reinigungen, die Kosten für Cafébetreiber, die Großzügigkeit einzelner Bundesländer. Die Hessen sind übrigens besonders stolz auf das Attribut Pünktlichkeit, und Quereinsteiger haben in Wuppertal die besten und in Frankfurt die schlechtesten Chancen. Wenn Sie ein Online-Unternehmen gründen wollen, ist das in Frankfurt übrigens deutlich teurer als in Quebec, Kanada.

Gegen Ende des Jahres hauen die Agenturen ungefragt dann nochmal alles raus. Ein Sightseeing-Vergleich. Demnach kommen die Besucher die zehn größten Sehenswürdigkeiten einer Stadt in Frankfurt mit knapp 60 Euro am teuersten. Dabei ist der Eintritt in den Palmengarten laut dieser aufwendigen Recherche kostenlos. Auch die Escape-Spiele sind in Frankfurt am teuersten, dafür rangierte der Frankfurter Glühweinpreis im Mittelfeld. Und das, obwohl Frankfurt nach Dortmund den zweithöchsten Weihnachtsbaum der Republik hatte.

Im Ranking der überflüssigsten Rankings ganz weit vorne landet übrigens die Recruiting-Plattform Taledo, die in ihrer Verzweiflung Stellenausschreibungen auf das Wörtchen „bitte“ absuchte und herausfand, dass Leipzigs Arbeitgeber die höflichsten sind und in Frankfurt sich nur 13 Prozent der Arbeitssuchenden über ein „bitte“ freuen können.

Der Ordner wurde gleich nach Ende dieses Satzes gelöscht.

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