+
Viele Menschen demonstrieren für Europa und gegen Nationalismus.

Wahlbeteiligung

Abstimmen für die Stadtwette in Frankfurt

  • schließen

In Frankfurt hofft man auf eine hohe Wahlbeteiligung – zumindest auf eine höhere als in Köln.

Topp, die Wette gilt! Wenige Tage vor der Europawahl wird im Frankfurter Römer nicht so sehr über die Erwartungen der einzelnen Parteien diskutiert. Dabei dürfte etwa die Frage, ob die Grünen wie bei der Landtagswahl im Herbst vorigen Jahres stärkste Kraft in Frankfurt werden, durchaus von Interesse sein. Wichtiger erscheint aber eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Zumal sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dieser Tage sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Feldmann nämlich hatte etwas irritiert zur Kenntnis genommen, dass die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Ziel vorgab, die Metropole am Rhein sollte Stadt mit der höchsten Wahlbeteiligung in Deutschland werden. Feldmann wettete daraufhin, dass in Frankfurt die Quote der Menschen, die am 26. Mai zur Abstimmung gehen, höher sein werde. Dabei stehen Frankfurts Chancen nicht gut. Bei der Wahl im Jahr 2014 gaben 44,5 Prozent der wahlberechtigten Frankfurter ihre Stimme ab – weniger als der Bundesdurchschnitt (48,1 Prozent). In Köln lag die Quote bei 53,2 Prozent.

Immerhin kämpft Frankfurt. Für die städtische Facebook-Seite wurde etwa ein Video produziert, in dem Feldmann dazu aufruft, zur Wahl zu gehen. Immerhin sei die Demokratie in der Frankfurter Paulskirche erfunden worden. Derweil erklingt in Köln immer um 11.55 Uhr vom Rathausturm die Europahymne. „Wir setzen also auf alle Sinne und ziehen alle Register. Kann Frankfurt das auch“, stichelte der Kölner Stadtsprecher Alexander Vogel unlängst auf „hessenschau.de“.

Gut möglich also, dass es nicht reicht zum Sieg über Köln. Höher als vor fünf Jahren dürfte die Wahlbeteiligung in Frankfurt und Hessen aber schon ausfallen. Das Interesse an der Europawahl scheint deutlich größer zu sein als beim letzten Mal – nicht zuletzt, weil der wachsende Einfluss von Rechtspopulisten als Bedrohung wahrgenommen wird. Zu einer Demonstration für Vielfalt in Europa kamen am Sonntag 14 000 Menschen auf den Opernplatz. Zudem rufen Prominente wie Eintracht-Boss Fredi Bobic dazu auf, zur Wahl zu gehen.

Die Messe Frankfurt wirbt mit einer Videoreihe unter dem Titel „Stimmen für Europa“ für eine hohe Wahlbeteiligung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Unternehmensgruppe erzählen bis zum 26. Mai, was sie mit Europa verbinden. „Messen stehen für freien Handel und produzieren Marktbegegnungen mit Menschen aus aller Welt. Ein Großteil unserer Aussteller und Besucher auf unseren Messen am Heimatstandort kommt aus europäischen Ländern“, sagt Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe.

Das Schauspiel lädt zur Wahlparty ein

Ein großes Thema ist die Wahl auch im Frankfurter Schauspiel. Am Wahltag zeigt es von 16 Uhr an die ersten beiden Teile des Stücks „The Nation“. In den Pausen können sich die Zuschauer in der Panorama-Bar über die Wahlergebnisse informieren. Um 22 Uhr beginnt dann die öffentliche Wahlparty, die das Schauspiel gemeinsam mit der Initiative „Pulse of Europe“ ausrichtet.

Der Wetteinsatz für die Frage, ob die Wahlbeteiligung in Frankfurt oder Köln größer ist, steht übrigens noch nicht endgültig fest. Feldmann regte an, er werde im Erfolgsfall mit Henriette Reker zu einem Eintracht-Spiel gehen – in die Fankurve, versteht sich. Aus Köln heißt es, Feldmann müsse bei einer Niederlage für einen Tag ins Rheinland kommen, „um sich anzuschauen, wie in Köln Europa jeden Tag gelebt wird“. Weil das etwas mau klingt, bot der Frankfurter Stadtsprecher Stefan Jäger an, dass als Strafe ein Frankfurter Motivwagen beim Rosenmontagsumzug mitfahren müsse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare