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Sachsenhausen

Abseits vom Mainstream

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Die Klosterpresse im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen hat sich zu einem angesagten Künstlertreff etabliert. Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens zeigen die Künstler ihre Werke.

Wolfgang Klee kann nur mit einem Lächeln auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicken. Die vom heutigen Vorstandsmitglied mitbegründete interdisziplinäre Künstlerwerkstatt Klosterpresse e.V. hat sich im Zentrum Sachsenhausens beispiellos etabliert. Der runde Geburtstag des Einzugs in den Frankensteiner Hof wird derzeit mit einer Gemeinschaftsausstellung gefeiert.

Nicht nur einer qualitativ ausgezeichneten Künstlerschaft könne sich die Klosterpresse rühmen, so Klee. Auch das ohnehin zahlreiche Publikum verbreiterte sich nicht zuletzt durch den jüngsten Kniff des Vorstandes, während des Wochenmarktes am Freitag auf dem Paradiesplatz das Schild „Eintritt frei“ vor den Eingang in der Paradiesgasse 10 aufzustellen. „So locken wir auch spontane Besucher in unsere Ausstellung“, sagt Cornelia Kube-Druener, zweites Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Monatsprogramm. In den 70er Jahren gegründet, hatte die Klosterpresse bis 2006 im Karmeliterkloster kreatives Schaffen ermöglicht. Als es dort wegen der Ausdehnung des Stadtarchivs zu eng wurde, bot die Stadt 2007 den Frankensteiner Hof als neue Residenz an. Der wurde inzwischen zu einem ‚Ort für interdisziplinäre Ereignisse‘, wie der Vorstand des Vereins die Räume nennt. Die Vorteile der Vergrößerung sind nicht zu übersehen: Das Programm wird stets erweitert, verbindet Lesungen, Konzerte, Performances und Ausstellungen. Die Auswahl trifft der Vorstand, das Kriterium: Abseits vom Mainstream.

„Frankfurt ist eine internationale Stadt, da geht es oft nur ums globale Image“, ärgert sich Wolfgang Klee. Er will in der Klosterpresse einen Ort schaffen, an dem Lokales an Wert gewinnt und Vernetzung in der Region stattfinden kann. „Der Bedarf dafür ist groß“, stellt der Künstler fest, „deshalb müssen wir innovativ bleiben“.

Das heißt konkret: Neue Formate der Präsentation, weg von der traditionellen Form der Ausstellung. Indem verschiedene Kunstformen verknüpft werden sollen mehrere Ebenen beim Zuschauer angesprochen werden – so die Essenz. Bisher scheint das Konzept zu funktionieren: Die Jubiläumsfeier vergangenen Samstag war ein voller Erfolg.

Die Ausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Klosterpresse im Frankensteiner Hof ist noch bis Sonntag, 2. Juli, zu sehen. Alle 26 Künstler haben zur Entwicklung der Klosterpresse beigetragen und spiegeln einen Querschnitt durch die Geschichte der Werkstätten wider. Geöffnet: Am heutigen Freitag, 17 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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