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Abschlussfähiges Angebot fehlt

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Von: Steven Micksch

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Diesmal werden die Beschäftigten drei Tage streiken. Renate Hoyer
Diesmal werden die Beschäftigten drei Tage streiken. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Verdi will nur bei Nachbesserungen weiter mit der Uniklinik verhandeln und streikt deshalb nun erneut, dieses Mal drei Tage lang.

Weil es in den Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Universitätsklinikum Frankfurt über einen „Tarifvertrag Entlastung“ weiterhin keine Einigung gibt, wird es am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag einen Streik in einzelnen Bereichen des Krankenhauses geben. Laut Verdi werden Anästhesie, Radiologie, Patiententransportdienst und zwei der drei Intensivstationen bestreikt. Bei der dritten Intensivstation werde es eine reduzierte Bettenanzahl geben. Eine Notfallversorgung werde aber auf alle Fälle gewährleistet.

Konkrete Verhandlungen zwischen beiden Seiten werde es geben, wenn die Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot vorlege, sagte Verdi-Verhandlungsführer Georg Schulze. Was die Arbeitgeberseite bisher angeboten habe sei „noch nicht ausreichend“. Eine mündliche Einigung habe es aus Verdis Sicht nicht gegeben. In vielen Detailfragen sei man weit auseinander.

Als Beispiel nannte Schulze den Betreuungsschlüssel auf den Intensivstationen. Durch die PPUGV (Pflegepersonaluntergrenzenverordnung) sind tagsüber zwei Patient:innen pro Pflegekraft vorgesehen. Die Beschäftigten des Klinikums fordern einen Schlüssel von 1:1,5, um ihre Arbeit angemessen leisten zu können. Schulze sprach von der Gewerkschafts-Forderung 1:1,8. Darum werde gerungen. „Die Zahl nach dem Komma entscheidet am Ende über eine ganze Kraft“, ordnete Schulze die gering erscheinende Abweichung ein.

Der Vorsitzende des Personalrats am Klinikum, Uwe Richtmann, bestätigte, dass die Kommunikation zwischen den Verhandlungspartnern oft schwierig sei. Die Arbeitnehmerseite habe schon viele Kompromisse gemacht, doch irgendwann seien weitere Zugeständnisse nicht mehr möglich. Richtmann sprach davon, dass die Verhandlungen auf Messers Schneide stünden.

Dass die Leitung nun in die Offensive gehe und bereits vor Verhandlungserfolg mehr Personal aufstocke, sei grundsätzlich ein Problem für die Verhandlung selbst. Der Personalratsvorsitzende sah darin aber auch eine Reaktion darauf, dass dem Klinikum die Leute weglaufen würden. „Das Aufstocken hätten sie ja schon vor zwei Jahren machen können.“ Das Ganze sei aber auch Flickschusterei, weil beispielsweise Pflegekräften aus dem Ausland ein harter Einstieg bevorstünde und diese auch nicht gleich Entlastung für das bestehende Personal brächten.

„Die Erwartungen sind hoch.“ Der Entlastungstarifvertrag werde am Ende ein Kompromiss sein, der einen Schritt für weitere Verbesserungen darstelle.

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