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Yaro, Kiron und Mira. Die Löwin (ganz rechts) wurde 15 Monate nach ihrer Geburt wegen einer Schädel-Missbildung eingeschläfert.

Zoo Frankfurt

Frankfurt: Abschied von Löwenmädchen Mira

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Der Zoo muss einen der Löwen-Drillinge einschläfern – eine Fehlbildung am Schädel ist schuld.

Im vorigen Sommer begeisterte das tapsige Löwentrio im Zoo die Besucher. Jetzt sind es nur noch zwei: Mira, einziges Weibchen des Wurfs, wurde am Dienstag eingeschläfert, wie der Zoo tags darauf mitteilte.

Die Löwin litt demnach unter einer Veränderung an Schädel und Hirn, einer sogenannten Kleinhirnhernie, wie die Computertomographie (CT) ergab. Seit April habe sie Probleme mit der Bewegungskoordination gehabt und weitere neurologische Auffälligkeiten gezeigt. Als nichts gegen die Symptome half, entschlossen sich die Veterinärinnen zu der Untersuchung in der Radiologie, die die Ursache ans Licht brachte.

Zoo Frankfurt: Tierarzt hatte Hoffnung, die Beschwerden zu lindern

In den vergangenen Monaten taten die Tierärztinnen im Zoo, was sie konnten, in der Hoffnung, dass sich Miras Beschwerden lindern ließen, aber vergebens. Besucher sahen, wie die junge Löwin durch die Anlage taumelte.

„Da nicht auszuschließen war, dass Mira auch unter starken Kopfschmerzen litt und eindeutig klar war, dass sie keine Chance auf ein normales soziales Löwenleben hatte, mussten wir in Abstimmung mit dem Zuchtbuch für Asiatische Löwen und den zuständigen Veterinärbehörden die Entscheidung treffen, Mira zu erlösen“, berichtete Zoodirektor Miguel Casares am Mittwoch. „Es ist sehr traurig, Mira zu verlieren“, betonte er, zumal ihre Art vom Aussterben bedroht sei. Doch der Tierschutz habe entschlossenes Handeln geboten: Mangels Behandlungsmöglichkeiten „wäre jede weitere Verzögerung nicht zu verantworten gewesen“. Die Untersuchung der jungen Löwen ergab auch bei Miras Bruder Kiron eine Veränderung im Schädel, aber deutlich geringer. Es bestehe die Hoffnung, dass er und Yaro, der dritte im Bunde, normal aufwachsen, teilte der Zoo mit.

Erster Nachwuchs seit 15 Jahren 

Die Drillinge waren der erste Löwennachwuchs in Frankfurt seit 14 Jahren und der erste Wurf der Eltern Kumar und Zarina. Seit Herbst 2017 sind sie ein Paar, vereint vom Zuchtbuchführer des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP); für Asiatische Löwen liegt das Buch im dänischen Aalborg. Das EEP soll gewährleisten, dass bedrohte Tierarten in Zoos eine möglichst große genetische Vielfalt sichern. Hätte der Zuchtbuchführer von einer etwaigen Gen-Problematik zwischen Kumar und Zarina wissen können? Immerhin haben nun zwei ihrer Nachkommen die gleiche Fehlbildung. „Nein, so etwas ist nie auszuschließen, es sei denn man würde das gesamte Genom entschlüsseln“, sagt Sabrina Linn, Kuratorin für Huftiere und Affen im Frankfurter Zoo. „Sicherheit gäbe es erst, wenn man die gesamte Population einer Art screenen würde. Aber schon eine einzelne Analyse kostet Tausende Euro.“ Gängig sei es, Stammbäume zu vergleichen. Erkrankungen wie jene der Löwen hingen jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab. Oft würden sie nur durch Zufall offenkundig: „Man kann ja nicht standardmäßig jeden Löwen per CT untersuchen.“

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