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Der Bunker in der Freiligrathstraße 11 wird abgerissen – manchmal mit einem lauten Knall.

Beispiel Ostend

Bunker in Frankfurt: Abriss geht weiter

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Die Sprengungen am Hochbunker in der Freiligrathstraße sind nur unterbrochen.

Der Abriss des Hochbunkers in der Freiligrathstraße soll voraussichtlich Ende der Woche fortgesetzt werden. Am 10. Januar waren die Arbeiten unterbrochen worden, nachdem sich bei einer Lockerungssprengung ein größerer Betonbrocken gelöst hatte und unkontrolliert herabgestürzt war. Personen wurden dabei nicht verletzt, aber Teile des Lärmschutzgerüstes beschädigt (die FR berichtete).

Zu dem Unfall sei es nicht etwa gekommen, weil zu viel Sprengstoff verwendet wurde, sagt der Offenbacher Abbruchunternehmer Robert Zeller. Die Ladung habe „weit unter dem“ gelegen, was möglich gewesen wäre. Dass bei der letzten Sprengung ein großes Mauerstück herausplatzte, liege vielmehr daran, dass beim Bau der massiven Außenwände des Gebäudes anders als vermutet kein Metall verbaut worden sei. Zudem habe während des Zweiten Weltkriegs offenbar eine Fliegerbombe den Schutzraum getroffen, sagt Zeller. Das belegten alte Unterlagen aus der Nachkriegszeit, die dem Unternehmen inzwischen vorlägen.

Prinzipiell sei es für die Abbrucharbeiten wünschenswert, dass seinerzeit kein Eisen verbaut wurde, betont Unternehmer Zeller. Dadurch lasse sich ein Bunker leichter abbrechen. Da das Gebäude in der Freiligrathstraße jedoch in einem engen Hinterhof steht und die Lärmschutzwände direkt anliegen, könnten keine Betonbrocken herabfallen, ohne das Gerüst zu beschädigen. Auf anderen Baustellen, auf denen die Lärmschutzwände weiter entfernt vom Bunker stünden, sei dies kein Problem. „Da stört das keinen.“

Keine Gefahr

Gefahr für Menschen habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, sagt Zeller, der auch den Glauburgbunker an der Schwarzburgstraße im Nordend beseitigen soll, wogegen eine Bürgerinitiative mobilmacht. Während jeder Sprengung, die durch Fanfarensignale angekündigt werde, müsse die Baustelle geräumt werden. Dennoch sei der Vorfall „sehr ungewöhnlich“. Gemeinsam mit einem Statiker werde nun besprochen, wie die Abrissarbeiten fortgesetzt werden können, sagt der Abbruchunternehmer.

Das bestätigt die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke. Je nach Ergebnis müsse das Konzept, wie der Bunker entfernt wird, angepasst werden. „Bis dahin sind die Sprengungen eingestellt“ – einen Baustopp gebe es jedoch nicht. Die Behörde stehe mit dem Abbruchunternehmen in Kontakt. „Wir wollen wissen, wie es weiterläuft“, sagt Zapke. Der Nachbar, der den Unfall bei der Stadt gemeldet hatte, werde informiert.

Laut Zeller sollen die restliche, noch etwa zweieinhalb Meter dicke Luftschutzdecke sowie die Außenwände der oberen Stockwerke zunächst mit einer Fräse abgetragen werden. Danach könnten die Teile mit Abbruchzangen entfernt werden. Ein zusätzlicher Bagger soll dafür auf die oberste Decke gehoben werden.

Sprengungen effektivste Methode

Da Sprengungen die effektivste Methode seien, um den Bunker kleinzukriegen, hofft Zeller, dass er in zwei bis drei Wochen wieder sprengen kann. Bei den ersten sogenannten Pioniersprengungen seien in der Freiligrathstraße „fantastische Ergebnisse“ erzielt worden. Bislang hätten seine Mitarbeiter etwa 80 Zentimeter der Schutzdecke abgetragen. Die Erschütterungen bei den Detonationen seien minimal und würden jede einzeln dokumentiert. Dennoch seien sie natürlich von den Anwohnern zu spüren.

Davon berichten auch Nachbarn. Bei der ersten Sprengung sei die Erschütterung „extrem stark“ gewesen, teilt ein Anwohner in einem Schreiben mit. Auch habe es einen lauten Knall gegeben, der an die Explosion einer Fliegerbombe erinnert habe. Eigene Lärmmessungen hätten gezeigt, dass Spitzenwerte über 90 Dezibel erreicht würden. Der Lärmschutz sei „nicht ausreichend“.

Sobald der Bunker abgetragen ist, soll dort ein vierstöckiges Haus mit 25 bis 30 Mietwohnungen entstehen – in etwa 18 Monaten. Der Baukörper soll die Dimension des Bunkers erhalten, teilt der Architekt mit. Geparkt werden soll in einer Tiefgarage.

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