1. Startseite
  2. Frankfurt

Abriss der Tankstelle am Frankfurter Alleenring hat begonnen

Erstellt:

Von: George Grodensky

Kommentare

Die Tankstelle muss bis Ende des Jahres weg sein. Samt Benzintanks.
Die Tankstelle muss bis Ende des Jahres weg sein. Samt Benzintanks. © christoph boeckheler*

Der Rückbau erfolgt zugunsten der Wissenschaft. Dort soll der Campus V entstehen, den Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt University of Applied Sciences und die Frankfurt School of Finance zusammen errichten.

Der Abriss der früheren Total-Tankstelle an der Kreuzung von Adickesallee und Eckenheimer Landstraße hat begonnen. Die Betreibergesellschaft muss das Gebilde samt Benzintanks rückbauen und am Ende des Jahres besenrein übergeben. Dann läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus.

Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt University of Applied Sciences und die Frankfurt School of Finance wollen zusammen ein Forschungszentrum auf dem Grundstück errichten, den Campus V. Darin soll es um Themen der Nachhaltigkeit gehen, das V im Campus steht für Verantwortung. Es soll auch eine zentrale Anlaufstelle werden für digitales Lernen und gemeinsames Arbeiten, am besten institutionsübergreifend. Außerdem könnten dort Start-ups unterkommen, für die Stadtgesellschaft ist ein Veranstaltungs- und Vortragsbereich gedacht.

Die drei Institutionen, die gewissermaßen ein Dreieck um das Gelände bilden, haben ein Konsortium gegründet, um Bau und Planung gemeinsam voranzutreiben. Inhaltlich wird sich später auch die Goethe-Uni einbringen. Entstehen soll zunächst ein Interimsgebäude. Die Stadt hat der Deutschen Nationalbibliothek schon bei Eröffnung des Baus am Alleenring 1997 das Areal als Erweiterungsfläche versprochen. Dort sollen einmal Magazine entstehen, um die vielen Publikationen zu lagern.

Bis die Nationalbibliothek den Platz aber beansprucht, dauert es noch. „Bestimmt 25 Jahre“, sagt Direktorin Ute Schwens. „Wir müssen Anfang der 50er unter die Erde“, schätzt sie.

Das werde aber auch nicht das Ende von Campus V bedeuten. Den Büchern genügt wohl der Platz unter der Erde, obendrauf könnte dann ein neuer Campus V entstehen. Das Gebäude soll darum so flexibel wie möglich konstruiert sein. Und dann in 25 Jahren umgenutzt werden. Dann werde womöglich die Technik auf anderem Stand sein und darum auch eine neue Konzeption für das Gebäude möglich, meint Schwens.

Jetzt muss aber erst einmal die Tankstelle weg und den Boden sauber und plan hinterlassen. Dann beginnt die Suche nach einem Investor für Feinplanung und Umsetzung. „Das ist nichts, was schnell geht“, sagt Schwens. Die grobe Richtung haben Studierende der Frankfurt University bereits konzipiert.

Vorerst bleiben soll der angrenzende Supermarkt samt Parkmöglichkeiten. Zumindest die kommenden zweieinhalb Jahrzehnte, wie Schwens versichert. Anwohnerinnen und Anwohner waren deswegen besorgt, hatten sich an den Ortsbeirat 3 gewandt, weil sie um ihren Nahversorger fürchteten.

Campus V ist ein Schritt hin zur lange diskutierten Campusmeile. Die soll die Bildungseinrichtungen entlang des Alleenrings stärker verbinden und sichtbar machen. Das soll Frankfurt als Standort für Forschung und Innovation betonen. Vergleichbar mit dem Konzept des Museumsufers am Main.

Auch interessant

Kommentare