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ABG

80 geförderte Wohnungen stehen in Frankfurter Siedlung leer

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Trotz großen Mangels stehen in der Frankfurter Platensiedlung neue günstige Wohnungen leer.Die ABG findetzu wenig Mieter:innen, die den Vorgaben des Förderprogramms entsprechen.

Obwohl Tausende Menschen in Frankfurt und Umgebung eine günstige Wohnung suchen, gibt es in der Ginnheimer Platensiedlung großen Leerstand. Dort hat die städtische Wohnungsgesellschaft ABG in einem Pilotprojekt durch Aufstockung von Häuserzeilen 380 neue Wohnungen errichtet. 80 Wohnungen des sogenannten Förderwegs 2, die im Frühjahr 2020 fertig wurden, sind aber noch immer nicht bezogen. Das berichtete ABG-Geschäftsführer Frank Junker am Mittwoch auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Damit bestätigt er Hinweise von Anwohner:innen der Siedlung, die um weitere 300 Wohnungen ergänzt werden soll. Dabei sind die Mieten, die je nach Einkommen bei 8,50 bis 10,50 Euro pro Quadratmeter liegen, für Frankfurter Verhältnisse günstig.

Der Leerstand habe nichts mit mangelndem Interesse der ABG zu tun, betonte Junker. Er koste die Wohnungsgesellschaft wegen der fehlenden Mieteinnahmen schließlich viel Geld. Auch an potenziellen Bewohner:innen mangele es nicht. Doch es hätten sich viele Haushalte beworben, die die Bedingungen für die Anmietung der Wohnungen nicht erfüllten, berichtete Junker. Etwa weil sie zu viel verdienten oder zu geringe Einkommen bezögen. Junker spricht von einem Riesenproblem, aus dem Topf der Bewerbungen die Berechtigten für den Bezug der Wohnungen herauszufiltern.

Föderweg 2

Wohnungen des Frankfurter Förderwegs 2 richten sich an Haushalte, die zu viel verdienen, um eine Sozialwohnung beziehen zu können, aber bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Je nach Einkommen und Haushaltsgröße werden sie für 8,50, für 9,50 und für 10,50 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Schon im Mai 2020 gab es gut 1000 solcher Wohnungen in Frankfurt. Deren Zahl steigt ständig, weil Investoren in neuen Baugebieten 15 Prozent des Wohnraums über den Förderweg 2 errichten müssen.

Wohnungssuchende können unter www.frankfurt-fairmieten.de prüfen, ob sie berechtigt sind, eine Wohnung des Förderwegs 2 zu beziehen. Beratung gibt es beim Amt für Wohnungswesen, 069 / 212 33 150 oder per E-Mail an info@frankfurt-fairmieten.de cm

Manche Bewerber:innen schrecke zudem die Bürokratie ab. Zwar müssen Interessierte inzwischen nicht mehr beim städtischen Amt für Wohnungswesen vorstellig werden. Seit Mai können diese auf einer städtischen Website per Onlinerechner prüfen, ob sie berechtigt sind und einen Berechtigungsschein beantragen. Mit diesem Angebot reagierte die Stadt auf Klagen von Wohnungsgesellschaften über eine schwierige Suche nach passenden Mieter:innen. Junker hält aber auch dieses Verfahren noch für zu kompliziert. So sei es nicht möglich, den Antrag online abzuschicken. Er würde sich zudem wünschen, dass die ABG bei deren Einwilligung Namen von Haushalten erhielte, die eine Berechtigung für Wohnungen des Förderwegs 2 haben und eine Wohnung suchen. Dann könne die Wohnungsgesellschaft Interessierte gezielt über neue Wohnungen informieren.

„Wir kennen das Problem“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungs- und Wohnungsdezernenten Mike Josef (SPD). Mit dem „Fair-Mieten-Programm“ habe die Stadt es daher Haushalten mit mittlerem Einkommen bereits leichter gemacht, an eine Wohnung des Förderwegs 2 zu kommen. Das sei bei den Wohnungsgesellschaften auf gute Resonanz gestoßen. Vielleicht müsse die Stadt das Angebot an Wohnungen des Förderwegs 2 aber stärker bewerben, sagte Gellert am Mittwoch im Gespräch mit der FR.

Bereits geplant sei zudem, die Richtlinien für die Wohnungsvergabe etwas zu lockern. So soll etwa auch ein Haushalt mit drei statt vier Personen eine eigentlich für vier Personen gedachte Wohnung beziehen können, sagte Gellert.

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