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Auch Obst kommt bei den Kontrollen auf den Prüfstand.
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Auch Obst kommt bei den Kontrollen auf den Prüfstand.

Ordnungsamt

70 Ekelbetriebe geschlossen

Kontrolleure beklagen eine Zunahme an Hygieneverstößen in der Gastronomie in Frankfurt.

Corona und die damit verbundene lange Schließung vieler gastronomischer Betriebe hat nicht sonderlich zur Hygiene in einigen Betrieben beigetragen. Schimmel, angefressene Packungen, Verkrustungen von Dreck, Mäusekot: Geradezu ekelhaft ist, was die Fachleute der Lebensmittelüberwachung und des Ordnungsamts bei ihren Kontrollen erleben. Am Dienstag sind wieder zwei Gaststätten geschlossen worden und dürfen erst wieder öffnen, wenn der Dreck beseitigt ist: eine Pizzeria in Bonames und ein Restaurant in Sachsenhausen.

„Wir stellen fest, dass in den vergangenen eineinhalb Jahren die Zahl der Beanstandungen zugenommen hat“, sagt Michael Jenisch, Sprecher des Ordnungsamts. „So wurden bis Ende August 70 Betriebe vorübergehend geschlossen“ – und das bei mehreren Monaten Lockdown in der Gastronomie, als ohnehin keine Gäste bewirtet werden durften. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres – mit deutlich kürzerem Lockdown im Frühjahr – waren es 95 angeordnete Schließungen, im Jahr 2019 ohne Lockdown lediglich 76. Das zeigt aus Sicht des Ordnungsamts einen Trend: Mit Corona nimmt die Hygiene ab. Ob es daran liegt, dass Mitarbeiter in Kurzarbeit sind, kann Jenisch nicht sagen, ebenso wenig wie er differenzieren kann zwischen Gastronomiebetrieben, Lebensmittelverarbeitern wie Metzgereien und dem Einzelhandel. Klar sei aber, dass die Zahl der Kontrollen in diesem Zeitraum nicht erhöht worden seien.

Nur die extremsten Fälle werden bekannt. „Wir sind nach Paragraf 40 1a gehalten, sie ans Land zu melden, das sie dann veröffentlicht“, sagt Detlev Thiele, als Leiter der Veterinärbehörde Frankfurt fachlich für die Lebensmittelkontrolle zuständig. Allein im August hat Frankfurt sechs Betriebe gemeldet. Auf dem Portal verbraucherfenster.hessen.de ist nachzulesen, was die Behörden entdeckt haben. Es ist ekelhaft.

Im Kaffeehaus am Zoo, Alfred-Brehm-Platz, gab’s Mäusekot in Behältern, die für Lebensmittel vorgesehen sind. Im Restaurant Isoletta, Feldbergstraße, starrte die Küche von Schmutz: Gasherd, Grill, Behälter für Lebensmittel, Geschirr, alles war stark verschmutzt, Dichtungen zum Teil schimmelähnlich verunreinigt. Schlimm ist die Situation auch im Einzelhandel. Im Hit-Verbrauchermarkt in der Mörfelder Landstraße fanden die Kontrolleure verunreinigte Lüftungsgitter in der Fleisch- und Wurstabteilung. Auch die Einlegeböden des SB-Kühlregals, in welchem die Lebensmittel lagen, waren verunreinigt.

Weiter geht es im nächsten Kaufhaus, dem Tansas-Supermarkt im Sossenheimer Weg. Hier fanden die Kontrolleure angeschimmelte Lebensmittel wie Weißkohl, Melone, Aubergine, die verkauft werden sollten. Im Vorbereitungsraum der Fleischabteilung roch es ekelerregend, als die Kontrolleure das Schneidebrett vom Tisch lösten und unter dem Schneidebrett alte Blutrückstände offenbar wurden. Auch bei Aras, einem Obst-, Gemüse- und Lebensmittelhandel in der Leipziger Straße, wurden die Kontrolleure fündig. Sie fanden Mäusekot auf den Regalböden, fanden angefressene Fertigpackungen etwa von Reis, stellten fest, dass Lebensmittel in den Kühltheken zu warm gelagert wurden.

In den vergangenen sechs Monaten hat Frankfurt insgesamt 27 Fälle gemeldet. Es ist die Spitze des Eisbergs. „Wir haben insgesamt 8500 Betriebe, die wir überwachen müssen“, sagt Thiele. Dabei führten das Ordnungsamt und seine Behörde bis Ende August 3433 Kontrollen durch, bei manchen Betrieben, die beanstandet wurden, auch mehrmals. Insgesamt 2125 Unternehmen wurden kontrolliert. „Wir haben 792 Verstöße festgestellt“, so Michael Jenisch.

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