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Überraschung im Rebstockbad: Mehrkosten in Millionen-Höhe – die Schwimmvereine freut es

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Von: Oliver Teutsch

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Das Sportbad im Erdgeschoss (Gebäude rechts im Bild) soll nun um 25 Meter nach rechts verlängert werden. Bäderbetriebe/Geising+Böker Architekten
Das Sportbad im Erdgeschoss (Gebäude rechts im Bild) soll nun um 25 Meter nach rechts verlängert werden. Bäderbetriebe/Geising+Böker Architekten © Bäderbetriebe/Geising+Böker Architekten

Das Rebstockbad soll nun überraschend doch ein wettkampftaugliches Becken erhalten. Mehrkosten von zehn bis zwölf Millionen Euro. Schwimmsportvereine sind glücklich.

Frankfurt – Für den Schwimmsport in Frankfurt ist es ein Festtag: Nach jahrzehntelangem Warten soll es im neuen Rebstockbad nun doch ein 50-Meter-Becken mit Wettkampfbedingungen geben. Dementsprechend strahlend waren die Gesichter am Donnerstag auf der Baustelle am Rebstockbad, als Sportdezernent Mike Josef (SPD) die überraschende Entscheidung verkündete: „Für mich lag das auf der Hand, das nimmt uns noch mal Druck weg.“ Michael Ullmer, der Chef der Frankfurter Schwimmvereine, verkündete: „Damit wäre der gordische Knoten gelöst, für die Schwimmer ist das ein Lichtblick.“ Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, nannte das Vorhaben „ganz klasse“.

Die überraschende Entscheidung begründete Sportdezernent Josef so: Eben jene Vereinsvertreter seien nach seiner Amtsübernahme im September auf ihn zugekommen und hätten ihn noch einmal auf die Dringlichkeit eines 50-Meter-Beckens in Frankfurt hingewiesen. Er habe dann das Gespräch mit Bäderchef Boris Zielinski gesucht und um die Prüfung einer möglichen Umsetzbarkeit gebeten. Die war aufgrund des noch frühen Planungsstandes möglich. Die Planungen geraten dadurch um etwa ein halbes Jahr in Verzug.

Rebstockbad in Frankfurt: Mehrkosten bei bis zu zwölf Millionen Euro

Die Mehrkosten sollen demnach bei zehn bis zwölf Millionen Euro liegen. Die Betriebskosten würden zwar leicht steigen, räumte Zielinski ein, „aber im Verhältnis zum Effekt ist das kein Thema“. Das sogenannte Sportbad soll nun einfach auf die grüne Wiese verlängert werden. Andere Bereiche des neuen Rebstockbads würden dadurch nicht kleiner ausfallen.

Die Entscheidung, die am Freitag (25.03.2022) noch vom Aufsichtsrat der Bäderbetriebe abgesegnet werden muss, ist auch für das Schwimmen in Frankfurt insgesamt erfreulich. Die Wasserfläche im Rebstockbad steigt von 920 auf 1650 Quadratmeter. Denn das große Sportbecken ist mit den olympischen Maßen 50 mal 25 auch vier Meter breiter als ursprünglich geplant (25 mal 21). Durch den Einbau eines Hubbodens sollen dadurch in Querrichtung gleich drei Lehrschwimmbecken genutzt werden können.

Rebstockbad in Frankfurt: Halle in Hausen bis Mai fertig

Der Bedarf an Schwimmfläche in Frankfurt ist riesig, wie Ullmer verdeutlichte: „Ich komme gerade von einer Anmeldung für Schwimmkurse, da waren 800 Meter Schlange.“ Zielinski verriet, dass in den ersten drei Monaten des Jahres auch ohne das Rebstockbad 300 000 Badegäste die Frankfurter Hallenbäder besucht hätten. Nicht zuletzt die Traglufthalle über dem Freibad Hausen werde sehr gut angenommen. Daher werde die Halle in Hausen wohl auch erst zum 1. Mai abgebaut.

Das langfristig angelegte Bäderkonzept sah ursprünglich erst mit dem Bau eines Schwimmzentrums an der Goethe-Uni wieder ein 50-Meter-Becken in Frankfurt vor. Sportdezernent Josef wollte dem sogenannten Goethe-Bad, an dem sich vor allem auch das Land Hessen kostenmäßig beteiligen müsste, am Donnerstag keine Absage erteilen. An eine baldige Umsetzung des Projekts glaubt er indes nicht. Dafür habe das Land aber seine finanzielle Unterstützung bei den Mehrkosten signalisiert. Die Gesamtkosten für die Stadt Frankfurt sollen daher bei knapp 100 Millionen Euro liegen. (Oliver Teutsch)

Das ist der Zeitplan für den Neubau des Rebstockbades in Frankfurt.

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